- Benedikt Kaufmann

Zwei außergewöhnliche Börsengänge: Spotify und Dropbox

Spotify und Dropbox – viele dürften diese Namen kennen. Bisher waren keine Aktien der attraktiven Tech-Firmen zu kaufen, das dürfte sich in diesem Jahr ändern. 2018 gehen womöglich nicht nur zwei der höchstbewerteten US-Startups an die Börse, auch die Art der Listings ist außergewöhnlich.

Spotify – Umsatz und Verluste wachsen rasant

Spotify wagt den Börsengang ohne unterzeichnende Banken: Ende Dezember beantragte der Musikstreaming-Dienst kein IPO sondern ein DPO (Direct Public Offering). Die Aktien werden damit nicht von Investmentbanken bewertet und gekauft, bevor die Papiere auf dem Markt verkauft werden – sondern direkt öffentlich verkauft. Der Markt bestimmt den Wert der Aktien.

Spotify könnte von einem direkten Börsengang profitieren, da es über ein äußerst bekanntes Produkt verfügt. Der Streaming-Dienst verfügte zum Zeitpunkt des letzten Finanzreports im Juni über 140 Millionen monatlich aktive Nutzer – davon waren 70 Millionen zahlende Kunden. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die Nutzerzahl damit um rasante 40 Prozent an.

Spotify ist laut Reuters etwa mit 19 Milliarden Dollar bewertet und erlöst rund drei Milliarden Dollar im Jahr. Damit stiegen Bewertung und Umsätze um etwa 50 Prozent im Vorjahresvergleich – jedoch verdoppelten sich die Verluste von 249 Millionen auf 580 Millionen Dollar.

Dabei sind es nicht nur die Verluste, die dem Startup zusetzen. Aktuell ist ein Verfahren anhängig, in dem Wixen Music Publishing den Streaming-Dienst auf eine Zahlung in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar verklagt. Spotify soll bis zu 10.000 Lieder ohne Lizenz verfügbar gemacht haben.

Dropbox – Milliardenschwerer Filehoster

Dropbox hat das Listing nicht öffentlich bei der SEC beantragt sondern unter Verschluss. Dieser nicht öffentliche Antrag war ursprünglich für kleinere Unternehmen gedacht, seit Mitte 2017 können jedoch alle Unternehmen diesen ersten Antrag verdeckt einreichen. Die Information, dass es zum Börsengang komme, stammt von Insiderquellen des Nachrichtendienstes Bloomberg.

Der Filehoster ist aktuell mit rund zehn Milliarden Dollar bewertet und erlöst mit Abo-Modellen rund eine Milliarde Dollar im Jahr. Im Vergleich zum letzten großen US-Tech-Börsengang Snap erwirtschaftet Dropbox jedoch ein positives EBITDA.

Dropbox zählt mit 500 Millionen Nutzern, inklusive 200.000 Firmenkunden, zu den größten Cloud-Storage-Diensten der Welt. Die 2007 gegründete Firma hat hunderte Millionen in eine eigene Infrastruktur investiert und speichert 90 Prozent aller Daten auf hauseigenen Servern – für die restlichen zehn Prozent wird AWS der Cloud-Dienst von Amazon genutzt.

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