- Alfred Maydorn - Redakteur

Zinsen zu niedrig: Droht jetzt der Finanzkollaps?

Die niedrigen Zinsen haben zwar die Finanzmärkte beruhigt und sie mit reichlich Liquidität versorgt, könnten sich aber langfristig als Belastungsfaktor herausstellen. So warnt auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret:  „Das Niedrigzinsumfeld wird mehr und mehr zu einer Belastung für das deutsche Finanzsystem.“

Die Lebensversicherer sind immer weniger in der Lage, ihre Garantieverzinsung zu erwirtschaften, so Dombret weiter. Auch die Banken würden zunehmend unter Druck geraten. Die niedrigen Zinsen setzen die Geschäftsmodelle unter Druck.

Neue Immobilienblase?

Zudem seien die Immobilienpreise in vielen Regionen stark gestiegen. Nach Berechnungen der Bundesbank sind die Preise in einigen Großstädten bereits um 20 Prozent zu hoch. Auch wenn Dombret den Begriff „Blase“ vermied, so ist eine sehr starke Preissteigerung bei Immobilien offensichtlich. Es sei nicht auszuschließen, dass Immobilienbesitzer durch zukünftige Preiskorrekturen Verluste erleiden könnten.

Am Aktienmarkt wird die anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbanken begrüßt. Allerdings sind die „Nebenwirkungen“ nicht von der Hand zu weisen. So hatte etwa die Finanzkrise 2007/2008 ihren Ursprung ebenfalls in zu stark gestiegenen Immobilienpreisen in den USA.

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