Zalando
- Tamara Bauer - Redakteurin

Zalando kauft munter weiter, doch Anleger sollten verkaufen

Zalando ist offenbar in Shoppinglaune: Der Online-Modehändler hat seine Anteile am Online-Modenetzwerk Anatwine weiter aufgestockt. Damit reiht sich das Londoner Start-Up in die lange Liste der Partner. DER AKTIONÄR erklärt, welche Vorteile Zalando aus seinen Beteiligungen und Übernahmen zieht.

Zalando hat seine Minderheitsbeteiligung an Anatwine erhöht, nachdem sich der britische Konzern 12 Millionen Dollar bei seiner Finanzierungsrunde beschafft hat. Bisher hielt Zalando 20% an dem Start-Up aus London. Das Unternehmen hat sich auf die Anbindung von Marken spezialisiert und seit dem Start im Jahr 2013 viele namhafte Partner wie L'équipe & Fashion Days gewonnen.

 "Unsere gemeinsame Vision ist es, die digitale Geschäftsstrategie unserer Markenpartner zu unterstützen, um alle Warenbestände online verfügbar zu machen und einen relevanten Zugang für Kunden zu schaffen", begründet Zalando-Mitgründer David Schneider das Investment.

Zalando liebt Start-Ups

Gerade erst stieg der Modegigant mit einer Minderheitsbeteiligung bei der französischen B2B-Plattform Le New Black ein. Das Unternehmen, das im Jahre 2000 gegründet wurde, bietet einen Online-Showroom für internationale Designer-Labels. Mit der Übernahme von Tradebyte im Mai will Zalando sein erfolgreiches Partnerprogramm weiter ausbauen. Anfang dieses Jahres übernahm Zalando das Start-Up Amaze, das seinen Nutzern jeden Tag Outfits präsentiert, die diese direkt in der App kaufen können.

Ende des vergangenen Jahres gesellte sich das junge Unternehmen nugg.ad dazu, das sich auf datengetriebenes Zielgruppenmarketing spezialisiert hat. Im März 2015 übernahm Zalando den Hamburger Adtech-Spezialisten Metrigo. Der Konzern bietet datengetriebene Lösungen für vertriebsorientierte Display-Werbekampagnen.

Fundamentale Daten schlagen Charttechnik

Welche Intention steckt hinter diesen Zukäufen? Zalando setzt auf Wachstum. Für 2016 prognostiziert Zalando ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent. Und das gelingt durch eine bessere Infrastruktur, um die Akteure, Kunden, Marken, Werbetreibende, Blogger und Hersteller im Online- und mobilen Modehandel miteinander zu vernetzen. Die Plattforminitiativen - zum Beispiel Zalon, eine Shoppingberatung durch freiberuflichen Stylisten – wurden vor allem durch Metrigo und nugg.ad, sowie die Beteiligung an Anatwine, maßgeblich vorangetrieben, so Zalando.

Von dem fundamentalen Wachstum ist im Kurs erst einmal nichts zu sehen. Fakt ist: Die Aktie des Online-Modehändlers ist nach wie vor unter Druck. Vom im Dezember generierten Allzeithoch bei 36,53 Euro ist der Kurs bereits 30 Prozent entfernt. Die Papiere haben das Februar-Tief bei 25,58 Euro unterschritten. Anleger sollten mit weiter fallenden Kursen rechnen. Unser Kursziel lautet 18,00 Euro, der Stopp ist bei 31,00 Euro zu setzen.

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