Yamana Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Yamana Gold: Nachbörslicher Schock

Es hat alle so gut ausgesehen: Die Aktie des Goldproduzenten Yamana Gold hat sich aus ihrem Dornröschenschlaf befreit und konnte zuletzt deutlich Boden gutmachen. Doch gestern, nach Börsenschluss, kam das Unternehmen dann mit einer Meldung, die den kurzfristigen Aufwärtstrend wieder ins Wanken bringen dürfte.

Yamana Gold kündigte an, mindestens 260 Millionen kanadische Dollar durch den Verkauf von 49,2 Millionen neuen Aktien einnehmen zu wollen. Die neuen Aktien sollen zu 5,30 Kanada-Dollar ausgegeben werden. Zudem besteht die Möglichkeit, weitere 7,4 Millionen Aktien auszugeben. In diesem Fall würde Yamana fast 300 kanadische Dollar frisches Kapital in die Kasse spülen. Yamana will damit zum einen Schulden tilgen, zum anderen auch die Bilanz aufbessern.


Ungünstiger Zeitpunkt


Die Aktie ist nachbörslich über fünf Prozent eingebrochen. Zwar gab es in den vergangenen Wochen einige latente Gerüchte über eine mögliche Kapitalmaßnahme bei Yamana Gold. Doch so recht daran glauben wollte niemand. Ich hatte sogar in der Sendung „Bußlers Goldgrube“ gesagt: „Sollte Yamana zu diesen Kursen ein Financing durchführen, dann verliere ich den Glauben an die Branche.“ Aber nicht zuletzt die verlorene Klage in Argentinien mit einem Schadenersatzanspruch von 244 Millionen Dollar gegen Yamana hat die Kapitalmaßnahme dann doch wahrscheinlicher werden lassen.

Sicherlich: Die Kapitalmaßnahme kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Aufwärtstrend dürfte damit zunächst ausgebremst werden, bis die Aktien platziert sind. 5,30 Dollar bedeuten zwar nur einen geringen Abschlag zum aktuellen Kurs. Dennoch wollen knapp 50 Millionen neue Aktien erst einmal verdaut werden. Zum Vergleich: Bislang hat Yamana rund 880 Millionen Aktien ausstehen. Damit würde sich die Aktienanzahl um knapp sechs Prozent erhöhen. Etwas Hoffnung macht das Beispiel Barrick Gold aus dem Jahr 2013. Damals ist die Aktie nach der Kapitalerhöhung erst einmal gestiegen. Investierte Anleger sollten unter Beachtung des Stoppkurses an Bord bleiben.

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