Wirecard
- Michael Schröder - Redakteur

Wirecard-Aktie: Mal ein ganz anderer Ansatz - mit UPDATE nach Kursrutsch durch neuen Presseartikel

Trotz Brexit, Zollstreit und weltweiter Konjunktursorgen - Wirecard ist und bleibt an der Börse derzeit das Top-Thema schlechthin. DER AKTIONÄR hat die Entwicklung mit über 135 Artikeln online aktiv begleitet und immer eine aktuelle Einschätzung der Situation gegeben. Nach allen Anschuldigungen, Gerüchten und Spekulationen gibt es an dieser Stelle nun einmal eine kurze charttechnische Betrachtung der DAX-Aktie - und dann doch noch ein UPDATE zu einem weiteren Pressebericht.

Rückblick: Am  30. Januar leitete der Bericht der Financial Times über zweifelhafte Geschäftspraktiken des Anbieters elektronischer Zahlungs- und Risikomanagementlösungen einen deutlichen Kurseinbruch der Aktie ein. Von rund 169 Euro fiel der Kurs im Tagesverlauf Tief auf 126 Euro – immerhin ein Minus von 25 Prozent. Im Anschluss setzte die Aktie ihre Talfahrt begleitet von großen Kursschwankungen fort. Am 8. Februar wurde dabei dann das bisherige Verlaufstief bei 86 Euro markiert. Nach einer kurzen Stabilisierungsphase und vielen Kommentaren zu dem Thema konnte sich der Kurs von diesen Tiefstständen bereits um über 55 Prozent lösen. Mittlerweile kratzt die Aktie wieder an der 90-Tage-Linie bei 134,56 Euro. In diesem Bereich verläuft auch ein kleiner horizontaler Widerstand resultierend aus dem Zwischenhoch vom 6. Februar. Die richtungsweisende 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei 151,71 Euro. 


Quelle: Bloomberg

UPDATE :

Heute früh sah alles noch nach einer Trendfortsetzung aus. Gegen Mittag hat dann ein Artikel des Wall Street Journal für erneute Unruhe gesorgt. Obwohl im dem Bericht („Why This Fintech Star Can’t Shake Off Short Sellers”), der hinter der Bezahlschranke veröffentlicht wurde, am Ende nichts Neues steht, sondern nur einmal mehr die Öffentlichkeitsarbeit und die Intransparenz der Gesellschaft angemahnt wird, mutierte die Aktie innerhalb weniger Minuten vom DAX-Gewinner zum Top-Verlierer im heimischen Leitindex. Das zeigt, wie sensibel die Anleger bei Wirecard weiterhin auf kritische Presseberichte reagieren. Allerdings hält sich der Kursrutsch mit rund acht Prozent in der Spitze auch in Grenzen.

Quelle: Bloomberg

Am Gesamtbild ändert sich derweil nichts:

UPDATE Ende

 

Wie geht es weiter? In dieser Woche steht bei Wirecard möglicherweise eine Richtungsentscheidung an. Die Marktteilnehmer warten gespannt auf die bevorstehende Aufklärung des angeblichen Bilanz-Skandals in Singapur – und bringen sich für eine Erholungsrallye in Stellung. Gelingt der Sprung über die charttechnischen Hürden, könnte sich die Gegenbewegung in Erwartung der Neuigkeiten noch einmal beschleunigen. Das nächste charttechnische Ziel wartet dann bei 151,70 Euro.  


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Das Fazit hat Bestand: Die Ergebnisse der Untersuchung sollen zu gegebener Zeit veröffentlicht werden, hieß es vor vier Wochen. Seitdem steigt bei den Anlegern der Puls. Sollte der Abschlussbericht die Vorwürfe entkräften, dürfte die Aktie weiter an Wert zulegen. Wenn nicht, könnte eine erneute Abwärtswelle starten. Ein enger Stopp ist daher ein Muss. Das Risiko für ein bedenkenloses Investment ist nach wie vor noch zu groß.

Wie es mit der Wirecard-Aktie weitergeht, lesen Sie regelmäßig an dieser Stelle online beim AKTIONÄR oder auch im Börsen.Briefing., dem kostenfreien täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR. Registrieren Sie sich einfach und unverbindlich unter www.boersenbriefing.de mithilfe Ihrer E-Mail-Adresse und bleiben Sie mit dem Börsen.Briefing. auf dem Laufenden

 

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    Ein schönes Beispiel für Irrationalität: selbst wenn man den schlimmsten Fall annimmt und alle Vorwürfe stimmten, so ist es nicht Wirecard (im jursitsichen Sinne) sondern ein Mitarbeiter, der gegen Vorschriften verstoßen hatte und das auf Peanutsniveau! Den möglichen Schadnen könnten die ggf. aus der Portokasse begleichen!

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