Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Schlusslicht im DAX – was steckt dahinter?

Schwache Vorgaben aus den USA haben dem deutschen Aktienmarkt den Tagesstart verhagelt. Im DAX ist Wirecard am Morgen mit bis zu 3,5 Prozent Verlust der größte Verlierer. Nach der kurzzeitigen Erholung zu Wochenbeginn rückt das erhoffte charttechnische Kaufsignal dadurch erneut weiter in die Ferne.

Als einer der Gründe für den heftigen Rücksetzer des US-Aktienmarkts am gestrigen Dienstag gilt der Anstieg der kurzfristigen Zinsen. Fallen die Renditen langfristiger Anleihen unter diejenigen mit kürzere Laufzeit, spricht man von einer inversen Zinskurve. Diese wiederum gilt als möglicher Vorbote einer wirtschaftlichen Abschwächung.

Für Wirecard käme einen solchen Abschwung mehr als ungelegen – verdient der Zahlungsabwickler doch gutes Geld, wenn die Verbraucher beim Shopping im Laden oder im Internet die Kreditkarte glühen lassen. Nicht zuletzt dank dem anhaltenden Boom bei Online-Shopping und dem Trend hin zur Digitalisierung von Zahlungsprozessen hatte das Unternehmen in den vergangenen Monaten recht optimistisch klingende Mittel- und Langfristprognosen abgegeben. 

Hinzu kommen weitere Gewinnmitnahmen, denn trotz der jüngsten Korrektur notiert Wirecard auf Sicht von zwölf Monaten aktuell noch über 50 Prozent im Plus. 

Auch wenn einige Analysten inzwischen bereits von einer Überreaktion sprechen und sich die Verluste hierzulande im Vergleich zum gestrigen US-Handel in Grenzen halten, geht es für Wirecard am Mittwoch erneut deutlich bergab. Nach anfänglichen Verlusten von über drei Prozent schrumpft das Minus aktuell zwar auf rund zwei Prozent, damit ist der DAX-Aufsteiger aber immer noch das Schlusslicht im Leitindex.

Aktie weiter auf Richtungssuche

Der erhoffte Sprung über die 200-Tage-Linie sowie die Rückkehr in den langfristigen Trendkanal im Bereich von 143,50 Euro – und somit auch das charttechnische Kaufsignal – lassen unter diesen Vorzeichen weiter auf sich warten. Stattdessen hat sich der Kurssprung zu Wochenbeginn einmal mehr als Bullenfalle erwiesen. Auch kurzfristig orientierte Trader sollten daher eine klare Richtungsentscheidung im Chart abwarten.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Top-Gewinner Wirecard: Jetzt einsteigen?

Im freundlicheren Marktumfeld kann die Aktie von Wirecard am Freitagvormittag kräftig zulegen. Mit einem Plus von rund fünf Prozent schiebt sich der Zahlungsabwickler mit großem Abstand an die DAX-Spitze. In Anbetracht der volatilen Kursentwicklung in den vergangenen Wochen sollten sich die Anleger … mehr
| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Wirecard: Wieder fest in Bärenhand

Bei der Aktie von Wirecard haben erneut die Bären das Ruder fest in der Hand. Im schwachen Gesamtmarkt geht es am Donnerstagmorgen um über vier Prozent bergab. Die zwischenzeitlichen Gewinne vom Wochenbeginn sind damit dahin, stattdessen rückt das 6-Monats-Tief von Mitte November nun wieder in den … mehr
| Börsen.Briefing. | 0 Kommentare

Wirecard-Aktie: Darum ist sie heute so schwach

Der Bankensektor an der Wall Street musste gestern heftige Verluste hinnehmen. Betroffen vom Ausverkauf waren jedoch nicht nur Banken. Auch Unternehmen der FinTech-Szene wurden deutlich niedriger bewertet. Zweistellige Verluste etwa sah man bei Square. Paypal büßten 4,31 Prozent ein. Selbst das … mehr
| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Wirecard: Das Kaufsignal lässt auf sich warten

Als einer der größten DAX-Gewinner hat die Aktie von Wirecard am Montag über fünf Prozent zugelegt. Am Dienstagvormittag ist zunächst allerdings eine kleine Verschnaufpause angesagt – der Kurs kommt höchstens moderat voran. Der Sprung über die 200-Tage-Linie lässt damit weiter auf sich warten. mehr