Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Update Wirecard: Financial Times legt nach – der Crash geht weiter

Die Aktie von Wirecard setzt ihre Talfahrt am Freitagnachmittag fort und bricht erneut um rund 25 Prozent ein. Der Grund: Die Financial Times setzt auf ihre Vorwürfe vom Mittwoch noch einen drauf und beruft sich dabei auf den Bericht einer externen Kanzlei. Trotz Dementi bleibt der Zahlungsabwickler damit in der Schusslinie.

Nach FT-Informationen soll eine von Wirecard beauftrage Anwaltskanzlei bei Nachforschungen in Singapur Beweise gefunden haben, die auf „ernsthafte Straftaten im Zusammenhang mit der Fälschung von Konten“ hindeuten. Das gehe aus einem vorläufigen Bericht zu der Untersuchung hervor, der dem Blatt vorliegt. Darin heißt es weiter: Da die Taten bewusst begangen worden seien, liege die Vermutung nahe, dass auf diese Weise andere Vergehen vertuscht werden sollten, beispielsweise Betrug, Korruption und Geldwäsche.

Laut dem vorläufigen Abschlussbericht habe es in mindestens fünf Ländern Verstöße gegen Straf- oder Zivilrecht gegeben: Singapur, Hongkong, Indien, Malaysia und Deutschland. Wirecard könne auch auf Konzernebene in ins Visier geraten, falls der Mutterkonzern an den Vorgängen bei den Tochterunternehmen beteiligt war, hieß es.

Nur die Spitze des Eisbergs?

Hintergrund für die Investigativ-Rechreche der britischen Wirtschaftszeitung sei der Verdacht, dass Wirecard durch falsche oder rückdatierte Verträge die Umsätze frisiert wurden. Der zitierte Bericht der Anwälte sei dabei eins von mehreren Dokumenten, das der FT zugspielt wurde. Eine Wirecard-Sprecherin hat den neuen Bericht inzwischen als “irreführend und diffamierend” bezeichnet. Dass eine Anwaltskanzlei ein Fehlverhalten festgestellt hat, sei "unwahr".

Aktie erneut auf Talfahrt

Wirecard hat den ursprünglichen FT-Bericht am Donnerstag in einem Statement scharf zurückgewiesen. Trotzdem bleibt das Unternehmen in die Schusslinie. Die AKTIONÄR-Empfehlung, zunächst an der Seitenlinie zu bleiben, hat sich in Anbetracht der erneuten Talfahrt ausgezahlt.

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  • Robin Thal -
    Wahnsinn. Ich besitze nur 0,5 Aktien von dem Unternehmen daher fällt der Kurzsturz bei mir nicht so ins Gewicht, jedoch auch bei so wenig ist es ein Wahnsinn wie stark die Aktie eingbrochen ist, unglaublich was die Financial Times sich da rausnimmt.
  • Robin Thal -
    Wahnsinn. Ich besitze nur 0,5 Aktien von dem Unternehmen daher fällt der Kurzsturz bei mir nicht so ins Gewicht, jedoch auch bei so wenig ist es ein Wahnsinn wie stark die Aktie eingbrochen ist, unglaublich was die Financial Times sich da rausnimmt.
  • Chillside
    Chillside -
    Erst einmal abwarten und nicht ins fallende Messer greifen.
  • -
    Gute Gelegenheit jetzt noch nachzukaufen! Da haben offenbar welche den Zug verpasst und wollen nun noch aufspringen durch Börsenmanipulation - die einzige im Raum stehende Straftat bis dato!!

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