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Wirecard AG: Rajah & Tann-Report lässt Aktie hochschnellen – Alle Vorwürfe entkräftet?

Wirecard hat Details zum lang erwarteten Prüfbericht der auf Compliance-Themen spezialisierten Kanzlei Rajah & Tann veröffentlicht. Wesentliche Vorwürfe werden darin entkräftet beziehungsweise widerlegt. Gleichzeitig bestätigt das Unternehmen die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Die Aktie schießt steil nach oben. Zwischenzeitlich kommt es zu Vola-Unterbrechungen.

Erste Fassung: 14.25 Uhr | Letztes Update: 14.35 Uhr (Aktualisierungen folgen)

Den Report der Kanzlei Rajah & Tann können interessierte Investoren auf der Website des Unternehmens einsehen. Hier gelangen Sie zum PDF-Dokument.

 

Der Bericht legt offen, dass es zu falschen Buchungen gekommen ist. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es: "Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Umsatz von 2,5 Millionen Euro fälschlicherweise verbucht, was im Rahmen des Konzernabschlusses 2018 rückwirkend für 2017 korrigiert wird und durch andere identifizierte positive Korrekturen kompensiert wird. Weiterhin, wurde während des Geschäftsjahres 2018 ein Vermögensgegenstand von 3 Millionen Euro für einen Zeitraum von einer Woche fälschlicherweise bilanziert, was sich aber nicht im Jahresabschluss 2018 auswirkt."

Zentrale Aussage: "Die unabhängige Untersuchung hat zu keinen Feststellungen betreffend sog. "round-tripping" oder Korruption geführt." Dies war einer der Kernvorwürfe der Financial Times-Redakteure Dan McCrum und Stefania Palma, die in ihrem Artikel vom 1. Februar schrieben: "A whistleblower cited in the report described “round-tripping” schemes designed to support Wirecard businesses in India, by routing company money to them through third parties as if the cash came from genuine customers."

Die Ad-hoc-Mitteilung im Wortlaut:

„Die Kanzlei Rajah & Tann LL.P. Singapore hat eine Zusammenfassung der Feststellungen ihrer unabhängigen Untersuchung zur Verfügung gestellt. Die Untersuchung bezieht sich auf Vorwürfe hinsichtlich bestimmter Transaktionen und Corporate Governance Fragen bei verschiedenen Wirecard Tochtergesellschaften in Asien, die durch einen Hinweisgeber in Singapur ausgelöst und in dem vorläufigen Bericht von Rajah & Tann vom 4. Mai 2018 dargestellt wurden.

Die Untersuchung hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abschlüsse der Wirecard Gruppe festgestellt. Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein Umsatz von 2,5 Mio. EUR fälschlicherweise verbucht, was im Rahmen des Konzernabschlusses 2018 rückwirkend für 2017 korrigiert wird und durch andere identifizierte positive Korrekturen kompensiert wird. Weiterhin, wurde während des Geschäftsjahres 2018 ein Vermögensgegenstand von 3 Mio. EUR für einen Zeitraum von einer Woche fälschlicherweise bilanziert, was sich aber nicht im Jahresabschluss 2018 auswirkt. Zudem wurden Entwürfe von Verträgen vorbereitet und im Namen der Gesellschaft unterschrieben, jedoch nicht abgeschlossen. Diese Vorgänge betrafen Vereinbarungen, denen möglicherweise keine tatsächlichen Geschäftsvorgänge zu Grunde lagen. Mit Ausnahme einer Transaktion in Höhe von ca. TEUR 63, hat sich keiner der Entwürfe in Buchungen niedergeschlagen oder zu Zu- oder Abflüssen bei Tochtergesellschaften geführt.

Darüber hinaus hat Rajah & Tann weitere Feststellungen gemacht, die sich insbesondere auf die Nachvollziehbarkeit von Zahlungen anhand vorliegender Verträge sowie den Abschluss von gruppeninternen Verträgen für Wirecard Tochtergesellschaften ohne die erforderliche Vollmacht beziehen.

Die unabhängige Untersuchung hat zu keinen Feststellungen betreffend sog. "round-tripping" oder Korruption geführt.

Aus den Untersuchungen haben sich auch keine Erkenntnisse über eine strafrechtliche Verantwortung in Bezug auf die Konzernzentrale von Wirecard in München/Aschheim ergeben. Einzelne lokale Angestellte in Singapur können sich jedoch möglicherweise nach lokalem Recht strafbar gemacht haben.“ 

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Ein Beitrag von Leon Müller, Chief Editor Börsen.Briefing. – dem täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR (registrieren Sie sich kostenfrei unter www.boersenbriefing.de)

 

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  • nugatti -
    OK, genau wie vorhergesagt: Selbes Spielchen wie schon die letzten Male, selbes Ergebnis, Gerüchte, die von interessierter Seite gestreut wurden. Jetzt bin ich mal auf die Entschuldigung der FT gespannt. Wird dort nun jemand zur Verantwortung gezogen?

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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