Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Neuer FT-Artikel, neuer Crash

Die Financial Times (FT) hat am frühen Nachmittag einen weiteren Artikel über Wirecard veröffentlicht und die Vorwürfe gegen das Unternehmen darin weiter konkretisiert. So sollen auch zwei Top-Manager in Deutschland von den Vorgängen in Asien gewusst haben. Zwar hat eine Wirecard-Sprecherin erneut umgehend dementiert, die Aktie bricht daraufhin aber erneut um über zehn Prozent ein.

In dem Artikel konkretisiert Autor Dan McCrum seine Vorwürfe gegen den Zahlungsabwickler. Der für Asien zuständige Finanzchef von Wirecard soll sechs Kollegen in Singapur gezeigt haben, wie man die eigenen Bücher manipuliert. Dabei sei es auch darum gegangen, verfehlte Umsatzziele zu verschleiern und von den Aufsichtsbehörden in Hongkong eine Lizenz im Zusammenhang mit der Übernahme des Payment-Geschäfts der Citigroup in Asien zu erhalten. 

So soll Geld von der Wirecard Bank in Deutschland über eine inaktive Tochtergesellschaft in Hongkong zurück zu Wirecard in Indien geflossen und dort als normaler Umsatz ausgewiesen worden sein. Laut dem neuen Artikel sollen auch zwei hochrangige Mitarbeiter in der Konzernzentrale in Deutschland zumindest Teilweise in die sogenannten Round-Tripping-Praktiken in Asien eingeweiht gewesen sein. Das System sei möglicherweise in ganz Asien über Jahre hinweg betrieben worden.

Wirecard wies die Anschuldigungen zurück. In dem Bericht der FT stehe nichts Wahres, teilte der Konzern mit. Bereits am Montag hatte Wirecard erklärt, dass eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Rajah & Tann in Singapur bislang keinerlei Belege für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten gefunden habe. Die Untersuchungen sollen in Kürze abgeschlossen werden.

Bereits in der Vorwoche hatte die britische Zeitung schwere Betrugsvorwürfe gegen eine Wirecard-Tochter in Asien erhoben. Die Aktie des Zahlungsabwicklers ist daraufhin um über 35 Prozent eingebrochen. Mit einer PR-Offensive war es dem Management zwischenzeitlich gelungen, die Wogen etwas zu glätten. Trotz Erholung zu Wochenbeginn hatte sich die Aktie zuletzt hochvolatil gezeigt.

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