Volkswagen Vz.
- Jochen Kauper - Redakteur

VW-Aktie: Die Lage spitzt sich zu

Der Streit zwischen Volkswagen und den Zulieferern ES Automobilguss sowie Car Trim schlägt von Montag an voll auf die Produktion des Golf durch. Ein bereits am Wochenende eingeleiteter Fertigungsstopp hält bis voraussichtlich zum kommenden Samstag (27. August) die Bänder für das wichtigste VW -Modell im Stammwerk Wolfsburg an. Entsprechende Schichten der Belegschaft fallen aus, Kurzarbeit wird geprüft. In Zwickau soll die Montage für den Golf und auch für den Passat wegen fehlender Getriebeteile und Sitzbezüge ebenfalls ruhen. Im Werk Passat-Emden wurde schon Kurzarbeit für Tausende Beschäftigte angemeldet.

VW gegen Prevent

Volkswagen und die hinter den beiden Lieferanten stehende Prevent-Gruppe kündigten an, zum Wochenbeginn ihre zuletzt abgebrochenen Verhandlungen über eine Lösung des Streits fortzusetzen. Prevent wirft VW vor, bestimmte Aufträge frist- und grundlos gekündigt zu haben. Dagegen wolle man sich mit dem Lieferstopp wehren. Der Autokonzern fordert hingegen von den Geschäftspartnern, bestehende Liefervereinbarungen einzuhalten.

Wichtiger Partner

Die Frage ist: Wie kann es sein, dass ein so mächtiger Konzern wie VW von einem einzigen Zulieferer abhängig ist, so dass in den nächsten Tagen in einigen Werken sogar die Produktion lahm gelegt wird? Fakt ist: VW fühlt sich erpresst, weil zwei Firmen von Prevent nicht mehr liefern; der Zulieferer fühlt sich in die Enge getrieben, weil VW eine Rechnung nicht gezahlt hat.

Die Autohersteller wollen immer mehr Kosten sparen. Das geht oftmals zu lasten der Zulieferer. Auf der anderen Seite vergessen die Autobauer allerdings, dass ohne diese gar nichts mehr geht. Die Zulieferer sind wichtiger denn je, sich tüfteln, entwickeln und liefern wichtige Produkte für das Gesamtpaket, dass letztendlich an den Endkunden verkauft wird.

Rücksetzer nutzen

Der Ausfall der Produktion ist sicherlich keine gute Nachricht für den VW-Konzern. Dennoch sollte eine Lösung nur eine Frage der Zeit sein. Auf Umsatz und Ergebnis für das Gesamtjahr wird dieser Streit keine großen Auswirkungen haben. Stimmungsgetriebene Rücksetzer sind Kaufkurse. In der aktuellen Marktphase kann die Aktie durchaus in den Bereich von 115 Euro bis 110 Euro zurückfallen.

DER AKTIONÄR bleibt bullish für VW. Im Abgas-Skandal sollte darüber hinaus das Schlimmste eingepreist sein. Auf Sicht von 12 Monaten hat das Papier ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis. Jedoch sollten sich Anleger immer wieder auf Rücksetzer beziehungsweise eine hohe Volatilität bei der VW-Aktie einstellen.

(Mit Material von dpa-AFX). 

 

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