Volkswagen
- Matthias J. Kapfer - Werkstudent

SUV vs. neue CO2-Standards – geht diese Rechnung für VW auf?

Der Automarkt scheint nicht genug von SUV-Modellen zu bekommen. Volkswagen will vom Boom der Geländewagen profitieren und kündigt an, bis 2025 weltweit 30 Modelle im Angebot zu haben. Die neuen CO2-Standards könnten dem Vorhaben aber Probleme bereiten.

SUV-Boom im Fokus

„SUVs sind ein Wachstumssegment – in allen Regionen gleich stark“, sagt VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann. Aus derzeit elf Geländewagen-Modellen sollen bis zum Jahr 2025 eine Reihe von neuen SUVs dazukommen. Geht es nach Stackmann soll die Volkswagen-Kernmarke bis zum besagten Jahr über 30 SUV-Modelle im Angebot haben – und das weltweit.

Selbstverständlich sollen nicht nur SUVs mit Verbrennungsmotoren, sondern auch elektrisch angetriebene Fahrzeuge zum Verkauf angeboten werden. Volkswagen reagiert mit der Modell-Offensive auf die steigende Nachfrage nach den größeren, aber auch meist umweltschädlicheren Fahrzeugen. Während bislang jeder fünfte verkaufte PKW ein SUV ist, soll es im Jahr 2025 schon jeder zweite sein - ein enormes Nachfragepotenzial.

Problem durch Kohlendioxid-Emissionen einfach ignoriert?

Inwieweit Volkswagen die neuen SUV-Modelle mit den neuen CO2-Standards ab 2030 vereinbaren will bleibt fraglich. Auch wenn einige eklektisch angetriebene Fahrzeuge kommen werden, wird die Mehrzahl der SUV wahrscheinlich noch mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren angetrieben werden.

Der Flottenverbrauch, welcher durch die EU für die Zeit ab dem Jahr 2021 beschlossen wurde, sieht einen durchschnittlichen Ausstoß von 95 Gramm CO2 pro Kilometer vor. Neun Jahre später sollen die Kohlendioxid-Emissionen bei Neuwagen der Autohersteller um 30 Prozent gesenkt worden sein. Ein schwieriges Unterfangen, vor allem vor dem Hintergrund, dass SUVs deutlich mehr an CO2 als normale PKWs ausstoßen.

Abwarten

Der Autobauer hat derzeit viele Probleme zu bewältigen. Das Diesel-Dilemma haben die Börsen wohl bereits abgehakt. Nicht aber die Schwierigkeiten rund um die neuen CO2-Standards ab 2030. DER AKTIONÄR rät in Bezug auf die VW-Aktie weiterhin dazu, abzuwarten bis die nächsten Quartalszahlen veröffentlicht werden.

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