DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Vor US-Zinsentscheid: Euro steigt, DAX fällt – droht ein Ausverkauf?

Schwache US-Konjunkturdaten und ein steigender Euro haben den DAX erneut unter Druck gesetzt. Nach einem freundlichen Start drehte der Leitindex in die Verlustzone. Am Nachmittag und markierte der DAX zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit März. Müssen die Bullen nun kapitulieren?

Die US-Wirtschaft hat zum Jahresstart stark abgebremst. Nach Zahlen des Handelsministeriums vom Mittwoch stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Januar bis März annualisiert um lediglich 0,2 Prozent. Das entspricht einer faktischen Stagnation und ist der schwächste Zuwachs seit einem Jahr. Bankvolkswirte hatten mit einer Wachstumsrate von 1,0 Prozent gerechnet.

An den Finanzmärkten geriet der Dollar nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich unter Druck. Der Euro stieg im Gegenzug auf ein Tageshoch von 1,1179 Dollar. Die Terminkontrakte auf US-Aktienindizes fielen vor Beginn des offiziellen Börsenhandels tief in den roten Bereich.

Welche Auswirkungen der schwache Jahresstart auf die Geldpolitik der Notenbank Fed haben wird, ist unklar. Am Abend werden Analysten umso gespannter auf die Zinsentscheidung der Fed warten. Möglicherweise gibt die Notenbank neue Hinweise auf ihren weiteren Kurs. An den Märkten wird die Zinswende nicht mehr für diesen Sommer, sondern allenfalls in Richtung Jahresende erwartet.

Was sagt die Charttechnik? Mit dem starken Rückgang wurden weitere wichtige Unterstützungen unterschritten. Entscheidend ist jetzt, ob das bisherige Apriltief bei 11.675 Punkten auf Tagesbasis verteidigt werden kann. Gelingt das nicht, drohen weitere Rücksetzer in den Bereich von 11.200 beziehungsweise 11.000 Zählern. Noch ist aber nicht sicher, ob die Bullen das Feld wirklich räumen müssen, oder ob es zu einem fulminanten Comeback kommt.


(Mit Material von dpa-AFX)

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