Volkswagen Vz.
- Michael Schröder - Redakteur

Volkswagen sucht Winterkorn-Nachfolger – VW-Aktie sucht den Boden

Volkswagen ist nach dem Rücktritt von Konzernchef Martin Winterkorn weiter um Schadensbegrenzung im Abgas-Skandal bemüht. Winterkorn hatte am Mittwoch angesichts des enormen Ausmaßes der Affäre seinen Posten geräumt. Über seinen Nachfolger will der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung an diesem Freitag beraten. Die Aufarbeitung des Debakels wird den Nachfolger und den Konzern aber noch lange Zeit in Anspruch nehmen. Der Kurs der DAX-Aktie ist mächtig angeschlagen.

Europas größter Autobauer Volkswagen hatte Anfang der Woche zugegeben, dass weltweit elf Millionen Motoren mit einer Software ausgestattet sind, um die Messung des Schadstoffausstoßes zu manipulieren. "Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren", heißt es in der Rücktrittserklärung Winterkorns. Er übernehme die Verantwortung "im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin".

Über den Skandal ist die ganze Industrie ins Zwielicht geraten. VW drohen neben strafrechtlichen Konsequenzen Regressansprüche und Strafzahlungen in Milliardenhöhe. In vielen Ländern beschäftigt der Skandal die Politik, Sonderprüfungen werden verlangt oder wurden bereits verordnet. Zudem steht auch die Frage im Raum, ob andere Hersteller ebenfalls bei der Abgasmessung getrickst haben könnten.

Die Grünen im Bundestag fordern von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Überprüfung auch anderer Hersteller. "Er muss nicht nur gegen VW vorgehen. Im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung muss er auch Modelle von anderen Herstellern prüfen lassen", sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses, Bärbel Höhn, der Saarbrücker Zeitung.

In den letzten Tagen haben bereits fast alle Analysten den Daumen und die Kursziele für die VW-Aktie gesenkt. Die Aktie hat einiges an Wert eingebüßt. Die Folgen der Manipulationen von Abgaswerten bei VW-Dieselautos sind noch immer nicht absehbar. Das AKTIONÄR-Fazit hat Bestand. Der Markt hat die VW-Aktie kräftig abgestraft. Sicher scheint es reizvoll, nach so einem deutlichen Kursrutsch bei Kursen zwischen 95 und 110 Euro zuzugreifen. Aber ist das Ende der Fahnenstange wirklich schon erreicht? Oder kommt das dicke Ende in Form von gewaltigen Schadensersatzklagen und -zahlungen noch? Ob sich das Chance-Risiko-Verhältnis nach dem Rücktritt von Winterkorn verbessert hat, ist ebenfalls fraglich. DER AKTIONÄR bevorzugt bei Auto-Aktien weiter die Papiere von Daimler.

(Mit Material von dpa-AFX)

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