Volkswagen Vz.
- Michael Schröder - Redakteur

Volkswagen Abgas-Skandal: Auch Hessen und Baden-Württemberg wollen klagen - August-Absatzplus verpufft

Pünktlich zum ersten Jahrestag des Abgas-Skandals sieht sich Volkswagen mit neuen Klagen konfrontiert. Nach Bayern wollen nun auch Hessen und Baden-Württemberg juristisch gegen den Autobauer vorgehen. Die Verlässlichkeit im wichtigen China-Geschäft hilft dem VW-Konzern bei seinen weltweiten Verkäufen dagegen weiterhin über Marktschwächen hinweg.

VW meldete für seine zwölf Fahrzeugmarken am Freitag ein August-Verkaufsplus von 6,3 Prozent. Auf die bisherigen acht Monate des Jahresverlaufs gerechnet liegen die Auslieferungen damit 1,8 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Das sind 0,5 Prozentpunkte besser als der Stand per Juli.

 Vor allem die Volkswagen-Kernmarke „VW Pkw“ kommt dank des starken China-Geschäfts und neuer Modelle weiter glimpflich durch den Dieselskandal. Im August kletterten die Auslieferungen weltweit im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 453.200 Fahrzeuge, wie der Konzern am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Insbesondere das China-Geschäft zeigte sich mit einem Plus von gut einem Fünftel robust. Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Markt im Sommer eine kleine Flaute, bis die chinesische Regierung den Verkauf mit Steuererleichterungen im Herbst wieder anschob.

VW-Markenvertriebschef Jürgen Stackmann führte die "erfreulichen August-Zahlen" auch auf neue Modelle wie den Tiguan zurück. In Deutschland kam die VW-Hausmarke auf ein Auslieferungsplus von 7,7 Prozent. Als nach wie vor schwächer erwiesen sich Südamerika und die USA. Im bisherigen Jahresverlauf steht für die Wolfsburger trotz der Dieselaffäre um manipulierte Abgaswerte lediglich ein Minus von 0,2 Prozent auf 3,827 Millionen Fahrzeuge zu Buche.

Im Abgas-Skandals sieht sich Volkswagen mit neuen Klagen konfrontiert. Nach Bayern wollen nun auch Hessen und Baden-Württemberg juristisch gegen die Wolfsburger vorgehen. Das kündigten die Finanzministerien der beiden Länder am Freitag in Wiesbaden und Stuttgart an. Anfang August hatte bereits Bayern mitgeteilt, VW wegen der Folgen der Diesel-Affäre auf Schadenersatz verklagen zu wollen. Hessen und Baden-Württemberg hatten im August erklärt, eine Klage zu prüfen.

Volkswagen hatte vor einem Jahr zugegeben, mit einer Software Abgaswerte bei Millionen von Dieselfahrzeugen geschönt zu haben. Danach war die VW-Aktie auf Talfahrt gegangen. Wie andere klagende Anleger gehen auch die Bundesländer davon aus, dass der Autokonzern zu spät über die Risiken des Abgas-Betrugs informiert hat. Mit Klagen wollen sich Anleger Verluste bei Aktien und Anleihen vom Konzern erstatten lassen. Darunter sind inzwischen auch internationale Großinvestoren wie die Fondsgruppe Blackrock. Volkswagen hatte bislang alle Anlegerklagen als unbegründet zurückgewiesen und betont, man habe alle Mitteilungspflichten ordnungsgemäß erfüllt.  

VW kämpft ein Jahr nach dem Ausbruch des Abgas-Skandals an mehreren juristischen Fronten. Neben Aktionärsklagen wollen viele VW-Autobesitzer auf zivilrechtlichem Weg Schadenersatz einklagen. Daneben gibt es etwa strafrechtliche Ermittlungen gegen Verantwortliche und Ex-Mitarbeiter des VW-Konzerns.

DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Operativ ist der Konzern auf dem richtigen Weg. Risikobewusste Anleger können Rücksetzer zum Kauf nutzen. Wer dabei ist, bleibt an Bord.

(Mit Material von dpa-AFX)


 

Gierig. Verliebt. Panisch.

Autor: Jessica Schwarzer
ISBN: 9783864702143
Seiten: 240
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2014
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Der größte Feind eines jeden Anlegers schaut ihm jeden Morgen aus dem Spiegel entgegen. Lernen Sie jetzt, wie Sie sich auf dem Weg zum Wohlstand nicht mehr selbst im Weg stehen! Unsere Psyche spielt uns gerne Streiche. Auch an der Börse stolpern wir regelmäßig über mentale Fallstricke. Sind wir im Plus, wollen wir dieses Gefühl konservieren – und verkaufen viel zu früh. Sind wir im Minus, wollen wir es nicht wahrhaben und bleiben auf Verlusten so lange sitzen, bis aus einem kleinen Minus ein dicker Krater im Depot geworden ist. Keine Bange – so geht es den meisten. Schuld sind Emotionen wie Gier, Panik, Verliebtheit oder Ignoranz, die auch vor unserem Geld nicht haltmachen. Handelsblatt-Journalistin Jessica Schwarzer zeigt in ihrem neuen Buch, in welche Psychofallen Anleger am häufigsten tappen und mit welchen Mitteln sie sich vor sich selbst schützen können.

 

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

VW-Aktie: Die 13. Marke soll es richten

Irgendwie wäre es wünschenswert, wenn VW derzeit einfach etwas Demut zeigen würde. Nicht ganz so „laut“ bei ihren Präsentationen oder Produktneuvorstellungen, nicht immer gleich wieder in die Welt posaunen, mit diesem oder jenem Produkt Weltmarktführer werden zu wollen. Darunter scheint bei den … mehr