Vestas
- Martin Mrowka - Redakteur

Vestas: Nach guten Zahlen wieder unter Druck

Gestern kräftig rauf, heute wieder runter - der dänische Nordex-Konkurrent kommt einfach nicht auf die Beine. Neben fundamentalen Gründen hat sicher auch die Charttechnik einen Einfluss auf den seit Monaten brach liegenden Vestas-Kurs.

Die globalen Handelskonflikte lassen den Windkraftanlagenbauer Vestas Wind Systems etwas vorsichtiger in die Zukunft blicken. Bestehende und mögliche neue Zölle steigerten die Unsicherheit in der Branche, sagte Vestas-Chef Anders Runevad bei der Zahlenvorlage zum zweiten Quartal. Weltweit fördern Länder den Wechsel auf umweltfreundliche Energien, was bei Vestas und auch anderen zu sehr vollen Auftragsbüchern führt, während die Margen unter dem Wettbewerb leiden. Im zweiten Quartal mussten bereits Rückschläge verkraftet werden.

Umsatz und Marge werden obere Spannen nicht erreichen

Der Auftragsbestand für Turbinen und Service-Leistungen stieg zum 30. Juni im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Milliarden auf 23 Milliarden Euro. Die Aussichten für Umsatz und Marge dampfte Vestas nun ein: In diesem Jahr wird nun beim Umsatz eine Bandbreite von 10 bis 10,5 Milliarden Euro erwartet, nach zuvor 10 bis 11 Milliarden Euro. Und bei der operativen Marge (Ebit) sollen es 9,5 bis 10,5 Prozent werden, bislang wurden 9,0 bis 11,0 Prozent erwartet.

Am Markt stieg die Aktie am Mittwoch aber dennoch kräftig. Das pralle Auftragsbuch und ein Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Euro begeisterten die Anleger. Analysten bewerten die Zahlen zum zweiten Quartal als deutlich über den Erwartungen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Vestas nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 510 dänische Kronen belassen.

Commerzbank senkt Kursziel

Auch die Commerzbank stuft Vestas weiterhin mit "Buy" ein, hat indes das Kursziel nach den Zahlen von 550 auf nun 520 dänische Kronen gesenkt. Den negativen Eindruck nach dem ersten Quartal habe der Windkraftkonzern mit dem besser als erwartet ausgefallenen zweiten Jahresviertel zwar vergessen lassen, heißt es in einer aktuellen Studie. Dennoch gebe es fortan stärkeren Gegenwind mit Blick auf niedrigere Verkaufspreise und steigende Herstellungskosten, weshalb die CoBank-Schätzungen für das operative Ergebnis (Ebit) bis 2020 reduziert wurden.

Gestern notierte die Vestas-Aktie zeitweise bei 431 Kronen, am Donnerstag rutschte der Kurs wieder auf 399 Kronen zurück. Bei 423 Kronen verläuft die 200-Tage-Linie. Bei der deutschen Notierung sieht es ähnlich aus: Der kurze Ausbruch über die 200-Tage-Linie konnte nicht bestätigt werden. Die Aktie läuft seit Jahresanfang in einem breiten Seitwärtskanal. Erst über 61,50 Euro sähe es technisch wieder besser aus. Solange bleiben Anleger - wie auch bei Nordex - beobachtend an der Seitenlinie.

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