Unilever
- Benedikt Kaufmann

Unilever: Defensive Aktien liegen jetzt voll im Trend

Defensive Aktien zählen im schwachen Markt zu den klaren Outperformern. Die Tendenz zur Risikoverringerung in unruhigen Zeiten bringt Aktien, die weniger konjunkturabhängig sind, nach vorne. Hierzu zählt auch die Aktie von Verbrauchsgütergigant Unilever, die nach den Q3-Zahlen sogar deutlich zulegen kann.

Wachstumsziele im Fokus

Seitdem Unilever die Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht hat, geht es für die Aktie bergauf. Die Verkaufserlöse stiegen um 4,5 Prozent, während die Analysten nur ein Plus von 4,3 Prozent erwartet hatten. Die Freude über die übertroffenen Erwartungen wurde durch das schwächere Verkaufsvolumen jedoch etwas getrübt. Das Volumen legte gegenüber dem Vorjahresquartal nur um 2,4 Prozent zu – Analysten rechneten mit 3,2 Prozent. Vorstandschef Paul Polman zeigte sich dennoch zuversichtlich und wies darauf hin, dass sich das Wachstum im dritten Quartal in allen Sparten beschleunigt habe. Tatsächlich muss das schnellere Wachstum aber auch im vierten Quartal beibehalten werden, um das selbst ausgerufene Wachstumsziel von drei bis fünf Prozent zu erreichen.

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass Unilever die untere Grenze dieser Prognose erreichen wird. Angesichts der positiven Wachstumstrends in Emerging Markets wie Indonesien, Südafrika oder Russland sollte dies gelingen – auch wenn sich die anziehende Inflation in vielen aufstrebenden Märkten auf das Konsumverhalten auswirken könnte. Hinzu kommen positive Einzelereignisse wie das Ende des Trucker-Streiks in Brasilien und die damit einhergehende Erholung.

Bewertung und Chart attraktiv

Aufgrund der starken Position in wachsenden aufstrebenden Märkten wirkt das 19er-KGV von Unilever im Vergleich zu anderen europäischen Konsumgüter-Riesen attraktiv. Ebenfalls attraktiv ist der Chart der Unilever-Aktie: Im schwachen Markt hat der Chart auf den langfristigen Aufwärtstrend aufgesetzt und wenige Tage später die 200-Tage-Linie zurück­erobert. Ein Kaufsignal!

Defensives Bollwerk

Unilever bleibt angesichts der aussichtsreichen Wachstumschancen in den aufstrebenden Märkten und der günstig wirkenden Bewertung eine attraktive Anlage für defensiv orientierte Anleger. Bleibt es an den Märkten turbulent, könnten weitere Umschichtungen zusätzliche Kursgewinne bedeuten. Abgesehen davon birgt die als sicher geltende Dividendenrendite von aktuell 3,4 Prozent einen stabilen Unterboden im schwächelnden Gesamtmarkt.

DER AKTIONÄR belässt das Kursziel bei 60,00 Euro – der Stopp sollte bei 42,00 Euro gezogen werden. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen und geben kein Stück aus der Hand.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Ausgabe 44/2018. Hier geht es zur vollständigen Ausgabe.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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