Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Top-Fondsmanager: Der DAX wird steigen

Hendrik Leber sieht die Unternehmen gut aufgestellt. Es sind die Staaten, die ihm Sorgen machen. Allerdings sieht der Buffett-Fan keine Alternativen zu Aktien. Unter anderem auch deshalb, weil sich die Lage in der Ukraine seiner Meinung nach deutlich entspannen wird.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Leber, der Markt war zuletzt sehr nervös. Nicht wenige Unternehmen kassierten ihre Umsatz- und Gewinnziele. Machen Sie sich keine Sorgen, dass es mit der Konjunktur abwärts geht?

HENDRIK LEBER: Man muss das differenziert sehen. Gewarnt haben zum Beispiel deutsche Maschinenbauer, weil die Geschäfte mit Russland wegen der Ukrainekrise Schaden genommen haben. Ich glaube nicht, dass uns dieses Thema noch lange beschäftigen wird. Putin ist schon seit 14 Jahren im Amt, so lange wie kein anderer europäischer Politiker. Er ist also politisch sehr erfahren, ein gewiefter Stratege. Er weiß genau, wie weit er in dem Disput mit dem Westen gehen kann. Sobald dieser Punkt gekommen ist, wird er einlenken. Und er wird es so machen, dass er als moralischer Sieger dasteht. Vielleicht wird er dem Westen ein Friedensabkommen vorschlagen. Wenn es so weit ist, wird der Aktienmarkt nachhaltig steigen.

Der Buffett-Indikator hat zuletzt einen bedrohlich hohen Stand erreicht. Sehen Sie keine Risiken für den Aktienmarkt?

Oh doch, und zwar die schleppenden Reformen in etlichen Ländern. In Spanien und Portugal hat sich viel getan, in Frank­reich und Italien leider fast gar nichts. Frankreich wird uns noch sehr wehtun, wenn das Land nicht bald die Bürokratie abbaut und die Staatsausgaben massiv senkt. Griechenland wird uns wieder wegbrechen, aber wahrscheinlich können wir es erneut auffangen. Frankreich nicht. Wahrscheinlich wird es in ein paar Jahren eine neue Eurokrise geben, eventuell wird die Eurozone sogar auseinanderbrechen.

Und bis es so weit ist, wird der Aktienmarkt steigen?

Ja. Die Zinsen sind ganz tief unten, und sie werden auch nicht mehr steigen. Also sind Aktien mit ihren hohen Renditen alternativlos. Außerdem stehen die Unternehmen viel besser da als die Staaten. Wenn die Staaten ihre Schulden nicht in den Griff kriegen und einige pleite gehen, was glauben Sie, was mit den Staatsanleihen passieren wird? Ein Desaster.

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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