ThyssenKrupp
- Nikolas Kessler - Redakteur

ThyssenKrupp vor den Zahlen: Steigt die Jahresprognose?

Am morgigen Dienstag wird der Industriekonzern ThyssenKrupp seine Zwischenbilanz für das zweite Quartal vorlegen. Die Analysten rechnen zwar mit einem Gewinnrückgang, trotzdem sehen sie auch Chancen für eine Anhebung der Jahresprognose. Es dürfte spannend werden.

Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten rechnen beim größten deutschen Stahlproduzenten mit einem Umsatzplus von 2,5 Prozent auf knapp 10,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (EBIT) dürfte um knapp ein Viertel auf 379 MillionenEuro gestiegen sein. Nach Einschätzung der Experten profitiert ThyssenKrupp dabei vor allem vom starken Aufzugs- und Autozuliefergeschäft. Zudem zahle sich das laufende Sparprogramm in der europäischen Stahlsparte aus: Trotz stagnierender Umsätze dürfte das Unternehmen seinen Gewinn in diesem Bereich deutlich gesteigert haben. Auch Währungseffekte dürften ThyssenKrupp in die Karten spielen. Große Teile des Geschäfts macht das Unternehmen in den USA – und profitiert dabei vom schwachen Euro.

Abschreibung auf Edelstahlsparte belastet

Trotzdem dürfte der Überschuss um mehr als die Hälfte auf knapp 120 Millionen Euro abgesackt sein, so die Analysten. Grund ist der Verkauf der Edelstahlsparte VDM an den Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel. Zwar macht ThyssenKrupp keine konkreten Angaben zu den Konditionen, die Rede ist aber von einem Preis von etwa 550 Millionen Euro. Schon im Vorfeld hatte ThyssenKrupp eine Abschreibung in Höhe von 100 Millionen Euro angekündigt, da der Verkaufspreis unter dem Buchwert der Sparte liegt.

Steigt die Jahresprognose?

Wegen der Fortschritte in verschiedenen Geschäftsbereichen rechnen viele Analysten mit einer Erhöhung der Jahresprognose. Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr peilt der Vorstand bisher ein Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich und eine Steigerung des operativen Gewinns auf mindestens 1,5 Milliarden Euro an. Die Schulden des kapitalschwachen Konzerns sollen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres deutlich zurückgehen.

Dabeibleiben

ThyssenKrupp ist auf einem guten Weg, der Konzernumbau macht Fortschritte. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Halteempfehlung mit Kursziel 29 Euro. Der Top-Pick in der Stahlbranche ist derzeit allerdings das Papier des Konkurrenten Salzgitter.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das steckt hinter dem Chaos

Erst seit wenigen Wochen ist Bernhard Pellens als Aufsichtsratschef bei ThyssenKrupp im Amt. Am Mittwoch gab es nun aber bereits Gerüchte, dass der Wissenschaftler schon wieder vor der Ablösung steht. Vor allem die Großaktionäre sollen einen Wechsel anstreben und wollen die ehemalige … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wäre eine Überraschung

Die Talfahrt von ThyssenKrupp ist eng mit dem Führungschaos verknüpft. Seit im Juli der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger und der Aufsichtsratschef Ulrich Lehner kurz hintereinander zurücktraten, hat der ohnehin angeschlagene DAX-Titel noch einmal deutlich an Wert verloren. Nun deutet sich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wird aber auch Zeit

Der Druck auf ThyssenKrupp bleibt hoch. Nach wie vor steht die Aktie unter Druck, zudem wurde zuletzt vermehrt Kritik laut, dass beim Umbau keine entscheidenden Fortschritte erzielt werden. Zumindest beim Stahl-Joint-Venture mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel steht der Konzern nun aber vor … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das darf doch nicht wahr sein

Die Probleme bei ThyssenKrupp halten an. Vor allem bei den Bemühungen zum Umbau kommt der Industriekonzern nicht voran. Nach der jüngsten Kritik der Arbeitnehmer gab es nun bei der geplanten Stahlfusion mit Tata Steel einen erneuten Rückschlag. Die EU-Wettbewerbskommission hat die Prüffrist für den … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Zu viele offene Fragen

Nach wie vor kann sich die Aktie von ThyssenKrupp nicht nachhaltig vom Jahrestief bei 15,52 Euro lösen. Schwache Zahlen inklusive erneuter Gewinnwarnung belasten, doch auch die offenen Fragen beim Umbau verunsichern die Anleger. Selbst beim lange beschlossenen Joint Venture mit Tata Steel herrscht … mehr