ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp-Aktie: Besser als gedacht – das steckt dahinter

Entgegen den Befürchtungen zählt die Aktie des Industrie- und Stahlkonzerns ThyssenKrupp am Donnerstag nach den Quartalszahlen zu den stärksten Werten im DAX. Eine etwas schwächere Dividende und eine vorsichtige Prognose haben die Anleger nur kurz verunsichert. Inzwischen überwiegen die positiven Aspekte der Bilanz.

Deutlich verringerte Schulden und insgesamt wenig Überraschungen haben bei den stressgeprüften Anlegern für Beruhigung gesorgt. Ihre Erwartungen seien mit dem soliden Zahlenwerk alles in allem erfüllt worden, bestätigten mehrere Analysten. Dirk Schlamp von der DZ Bank hob noch hervor, dass sich die Aufzug-Sparte (Elevator Technology) und der europäische Stahl-Bereich (Steel Europe) im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 etwas besser entwickelt hätten als erwartet.

Sinnvolle Prognose

Analyst Alessandro Abate von Berenberg würdigte derweil vor allem die Entwicklung bei der Nettoverschuldung. Die Schulden seien signifikant reduziert worden, betonte er mit Verweis auf die verbliebenen 3,4 Milliarden Euro nach 4,2 Milliarden im Vorquartal. Die Spanne bei der EBIT-Prognose 2015/16 von 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro spiegle hingegen eine „riesige Unsicherheit über die Entwicklung im weltweiten Stahlmarkt" wider, so der Experte. Daher sei sie zwar vorsichtig ausgefallen, liege aber durchaus im Rahmen seiner Erwartung von 1,7 Milliarden Euro. „Eine konservative Guidance ist in solch einem unsicheren Marktumfeld strategisch gesehen absolut sinnvoll", so Abate.

20-Euro-Marke im Visier

Im frühen Handel war die ThyssenKrupp-Aktie noch unter Druck geraten. Im Laufe des Tages drehte der Titel aber deutlich ins Plus und notiert inzwischen nur noch knapp unterhalb der 20-Euro-Marke. Vor einem Neueinstieg sollten Anleger aber abwarten, ob die Euphorie weiter anhält und der Widerstand nachhaltig überwunden wird.

(Mit Material von dpa-AFX)

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