ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Milliarden-Spekulation treibt Aktie an – kommt die Mega-Fusion?

Bei ThyssenKrupp überschlagen sich die Ereignisse. Nach dem Rücktritt von Aufsichtsratschef Ulrich Lehner ist die Aktie am Dienstag regelrecht nach oben geschossen. Vor allem die Spekulationen über eine Abspaltung der lukrativen Aufzugssparte treiben an. Nun mischt sich aber auch die Bundesregierung ein.

Durch den Rücktritt Lehners könnte der Weg für eine Abspaltung der Aufzugssparte frei sein. Bereits in der Vergangenheit hatte sich Ursula Gather, Aufsichtsratsmitglied und Chefin der Krupp-Stiftung, mit den Eigentümern des Wettbewerbers Kone getroffen, um über eine Fusion zu sprechen. Ein Zusammenschluss mit den Finnen gilt auch nun – allein aus kartellrechtlichen Gründen – als wahrscheinlichste Option. Barclays-Analyst Lars Brorson hält es für möglich, dass ein globaler Marktführer dann Werte im Größenbereich von bis zu acht Milliarden Euro freilegen könnte – vor allem durch Synergien.

Gegenwind könnte es vom Bund geben. „Die Bundesregierung setzt darauf, dass ThyssenKrupp als integrierter Industriekonzern erhalten bleibt“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin. Die wesentlichen Akteure müssten im Gespräch bleiben und konstruktiv zusammenarbeiten. „Ziel muss eine zukunftsfähige Lösung sein.“

Es bleibt spannend

Der Kurssprung nach dem Rücktritt Lehners hat das Chartbild deutlich verbessert. Sollte die Aufzugssparte abgespalten werden, wäre eine deutlich höhere Bewertung absolut gerechtfertigt. Ein solches Szenario würde aber viel Zeit benötigen, da sich bei ThyssenKrupp nach wie vor viele verschiedene Interessen entgegenstehen. Investierte Anleger bleiben dabei, benötigen aber Geduld.

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