TEVA Pharmaceuticals
- Michel Doepke - Volontär

Teva und Mylan: Brutaler Absturz der Generika-Giganten

Teva und Mylan: Diese Namen stehen für zwei der größten Generikahersteller der Welt. Doch die Marktmacht haben sich die Unternehmen in den letzten Jahren teuer erkauft. Die hohe Schuldenlast drückt auf das ohnehin schon schlecht laufende Generikageschäft der beiden Konzerne.

Bei dem israelischen Generika-Giganten läuft es alles andere als rund: Im zweiten Quartal musste Teva eine milliardenschwere Abschreibung auf das US-Geschäft vornehmen und einen Verlust in Milliardenhöhe ausweisen. Dazu senkte die Ratiopharm-Mutter den Ausblick auf das laufende Jahr und kappte die avisierte Dividende um satte 75 Prozent. Teva hat sich de facto bei seinen Akqusitionen übernommen: Allen voran der Kauf der Generika-Sparte von Allergan für rund 40 Milliarden Dollar hinterlässt nun tiefe Spuren in der Teva-Bilanz. Morgan Stanley hat in einer aktuellen Studie das Kursziel für den Generika-Weltmarktführer von 36 Dollar auf 16 Dollar dratisch reduziert.

Seit den Zahlen rauscht die Teva-Aktie in den Keller. Binnen drei Handelstagen verlor das Papier etwa 36 Prozent an Wert. Die Angst vor ähnlichen Zahlen geht nun auch beim niederländischen Pendant Mylan um.

Quelle: Handelsblatt

Vor US-Börseneröffung am Mittwoch wird Mylan einen Einblick in die Bilanz gewähren. Ähnlich wie Teva haben auch die Niederländer in der Vergangenheit einige Zukäufe gestemmt und die Verschuldung in die Höhe getrieben. Aktuell beträgt die Nettoverschuldung rund 13,1 Milliarden Dollar, bei einer Börsenbewertung von etwa 17 Milliarden Dollar.

Vorsicht ist angebracht

Beide Titel gerieten in den letzten Handelstagen massiv unter die Räder. Auch wenn Teva und Mylan mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis aufwarten, sollten Anleger sich an den Titeln nicht die Finger verbrennen. Sicherlich ist eine technische Gegenbewegung nach den Kursverläufen denkbar. Mittel- bis langfristig allerdings drohen aufgrund der zahlreichen hausgemachten Probleme weitere Abschläge.

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  • Gehtdich Nixan -
    Die Halbwertszeit der bisherigen CEOs- und das waren einige(!)- war rekordverdächtig kurz. Und allesamt rekrutiert aus dem TEVA- Board- man hat sich die Bälle gegenseitig zugespielt. Das musste schiefgehen. Haarsträubend inkompetente Acquisitionen. Totalversagen des Managements. Allmählich reift die Einsicht, einen externen CEO zu rekrutieren. Aber es findet sich keiner, der die Karre Dreck ziehen kann/will.
  • Gehtdich Nixan -
    Unfassbar, welcher Schaden angerichtet wurde. Die Halbwertszeit der bisherigen CEOs- und das waren einige(!)- war rekordverdächtig kurz. Und allesamt rekrutiert aus dem TEVA- Board- man hat sich die Bälle gegenseitig zugespielt. Das musste schiefgehen. Haarsträubend inkompetente Acquisitionen. Totalversagen des Managements. Allmählich reift die Einsicht, einen externen CEO zu rekrutieren. Aber es findet sich keiner, der die Karre Dreck ziehen kann/will.

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