Panasonic
- Jan Heusinger

Tesla-Partner Panasonic flirtet mit Konkurrenten – Kaufsignal?

Panasonic und Toyota werden bei der Batterieproduktion gemeinsame Wege gehen, so das Wirtschaftsblatt Nikkei. Die wachsende Konkurrenz aus China mache eine Kooperation nötig. Doch auch die große Abhängigkeit von Tesla dürfte für Panasonic ein Grund für das Joint Venture sein. Technisch ist die Aktie gerade sehr interessant.

Toyota soll mit 51 Prozent eine Mehrheit der Anteile erhalten. Panasonic wird in das Gemeinschaftsunternehmen insgesamt fünf Produktionsstätten für E-Auto-Batterien in China und Japan einbringen. Die Standorte, in denen die Japaner für Tesla produzieren, werden nach Aussage des anonymen Insiders nicht darunter fallen. Ab 2020 soll das Joint Venture Batterien für bis zu eine Million Tesla-Rivalen bauen. Hierbei wird es sich nicht um die von Tesla verwendeten Akkus in zylindrischer Form handeln, sondern um Akkus mit prismatischer Struktur. Die verschiedenen Technologien haben jeweils Vorteile wie zum Beispiel eine kostengünstigere Produktion oder eine platzsparendere Form. Ein dominierendes Zellformat hat sich in der E-Autobranche bislang nicht herauskristallisiert. Durch die Vorreiterrolle in Sachen E-Auto kann Tesla seine Zellen mit einem Kostenvorteil produzieren. Das Beispiel Toyota zeigt aber, dass die Konkurrenz nicht schläft und dieser Vorteil bald verschwinden könnte.

Neuausrichtung eines Traditionskonzerns

Das Joint Venture passt in das Konzept von Panasonic-CEO Kazuhiro Tsuga. Dieser baut den 1918 gegründeten Konzern von einem Hersteller für Unterhaltungselektronik zu einem Anbieter von Systemlösungen für Unternehmenskunden um. Der Fokus liegt hierbei auf der E-Mobilität und Speichersystem für das Eigenheim. Dabei locken höhere Gewinne und mehr Wachstum als in unprofitablen Sparten wie dem Geschäft mit Handys und Fernsehern. Das Konzept zeigt Erfolg: Seit der Ankündigung im Jahr 2013 konnten die Gewinnen gesteigert und das Unternehmen so aus der Verlustzone geführt werden.

Interessante Tradingmöglichkeit

Trotzdem geriet die Aktie von Panasonic im letzten Jahr heftig unter Druck: Seit dem Hoch im November 2017 bei über 13 Euro ging es bis zum Jahresende 2018 auf 7,50 Euro bergab. Die große Abhängigkeit von Teslas Model-3-Produktion machte den Anlegern Sorgen. Bislang ist nicht klar, ob sich die 1,8 Milliarden US-Dollar Investition in die Gigafactory je rentieren wird. Doch seit dem Jahreswechsel hat sich die Stimmung gedreht und die Aktie konnte 15 Prozent zulegen. Charttechnisch hat sich eine V-Formation gebildet. Risikobereite Anleger gehen eine kleine Position ein.

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