Daimler
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Tesla-Angriff: Das ist die Antwort von Daimler

Das Elektroauto Model S gilt als das beste Auto seiner Preisklasse. Ab Herbst startet zudem der Verkauf des SUV Model X. Der ganz große Angriff startet ab Ende 2017 mit dem Mittelklasse-Auto Model 3. Nachdem Tesla im Juni selbst in Deutschland mit seinen Verkäufen am 7er-BMW und am Porsche Panamera vorbeigezogen war, hat DER AKTIONÄR die deutschen Auto-Giganten gefragt: Wie und wann reagiert man auf die Neuerfindung des Automobils?

Auch Daimler hat erkannt: „Die Zukunft liegt definitiv in der Elektrifizierung des Antriebs. Wir sehen aber, dass speziell in Deutschland das Geschäft mit den Elektroautos nicht so in Fahrt kommt wie wir uns das wünschen.“ Auch die Hybridtechnologie spiele eine wichtige Rolle. Der Plug-In Hybrid wird sogar als „zentrale Antriebstechnologie mindestens für die nächste Dekade gesehen“. (Experte Dudenhöffer ist hier anderer Meinung)

DER AKTIONÄR hat gefragt: Kann man ähnliche Reichweiten, Leistungsdaten und ein Preis-Leistungsverhältnis wie Tesla/Panasonic erreichen?

Daimler antwortete: „Die Leistungsdichten heutiger Lithium-Ionen-Batteriezellen unterscheiden sich lediglich marginal. Die eigentliche Intelligenz der Batterie steckt vor allem im Gesamtsystem bestehend aus Zellen, Steuerungselektronik, Software, Kühlung und dem auf das Fahrzeug maßgeschneiderten Gehäuse. Wir verfügen als einziger europäischer Automobilhersteller über das Know-how zur Entwicklung und Fertigung dieses Gesamtsystems und wir bauen die Produktion bei unserer 100% Tochtergesellschaft ACCUMOTIVE dahingehend deutlich aus.“

Doppelte Reichweite bis 2020

Der deutsche Autohersteller ist zuversichtlich: „Durch Mixturen von Kohlenstoff und Silizium auf Anodenseite und mit steigendem Siliziumanteil bis 2020 lässt sich die Ionenspeicherfähigkeit und somit die Energiedichte einer Batterie erhöhen. Für einen mehr oder weniger gleichen Batteriepreis könnte man dann eine nahezu doppelte Reichweite im gleichbleibenden Bauraum erzielen“ Hintergrund: Der Preis für Lithium-Ionen-Batteriesysteme liegt derzeit zwischen 330 und 380 Euro pro Kilowattstunde und wird 2016 laut Experten auf 280 Euro pro kWh fallen.

Doch was passiert konkret, um das Model 3 von Tesla abzuwehren? (angebliche Reichweite 400 bis 500 Kilometer)

Daimler weist darauf hin: „Wir sind davon überzeugt, dass die 200 km Reichweite der B-Klasse Electric Drive (bereits seit 2014 im Markt) für die meisten Anforderungen des Alltags absolut ausreichend sind. Darüber hinaus bieten wir unseren B-Klasse Electric Drive Kunden ein beliebiges, anderes Mercedes-Benz Pkw-Modell etwa für Urlaubsfahrten an. Und mit den weiteren Entwicklungsschritten bei der Batterietechnologie wird sich in den nächsten Jahren in Sachen Reichweite noch einiges tun."

 

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

Autowerte gefragt - Daimler-Aktie steigt weiter

Die DZ Bank hat den fairen Wert für Daimler von 69 auf 77 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Mit Blick auf die anhaltend positive Absatzentwicklung bei Mercedes-Benz Cars und Mercedes Vans habe Analyst Michael Punzet seine Schätzungen für 2016 leicht erhöht. mehr
| Jochen Kauper | 0 Kommentare

Daimler-Aktie liegt gut im Rennen

Trotz der Diskussion über mögliche Verbote wird der Autobauer Daimler weiterhin einen beträchtlichen Entwicklungsaufwand in den Verbrennungsmotor stecken. "Die Verbrennungsmotoren zu früh als alt und schlecht zu bezeichnen, ist einfach zu kurz gesprungen", sagte der scheidende Entwicklungschef … mehr
| Werner Sperber | 0 Kommentare

Anlage-Profis: Daimler wird künftig wohl überraschen

Der Hanseatische Börsendienst mahnt, auch wenn Daimler derzeit sehr gut verdient, stellt der Trend zum rein elektrisch angetriebenen Automobil für einen Marktführer ein Risiko dar. Chinesische Wettbewerber freuen sich, denn sie konnten den technologischen Vorsprung nie aufholen und bekommen mit der … mehr