Tesla
- DER AKTIONÄR

Tesla: Und darum steigt die Aktie doch!

Die Meinungen zu Tesla und dem neuen Mittelklassewagen Model 3 gehen weit auseinander. Die einen sehen in der üppigen Zahl der Vorbestellungen den endgültigen Durchbruch für den Elektroauto-Spezialisten, andere befürchten vor allem Schwierigkeiten bei der Produktion, weiter steigende Ausgaben und sehen in Firmenchef Elon Musk vor in erste Linie eines: Einen Meister des Marketings. 

Was die Aktie von Tesla betrifft, da überwiegt bei den Experten und Anlegern die Ansicht, das Papier sei mit einer Marktkapitalisierung von mittlerweile 35 Milliarden Dollar weitaus zu hoch bewertet. Zumal Tesla bisher fast nur Verluste erwirtschaftet hat und sich das 2016er-KGV auf wirklich üppige 207 beläuft. 

Die hohe Bewertung von Tesla hat in den vergangenen Monaten immer mehr Spekulanten angelockt, die auf fallende Aktienkurse setzen. Mittlerweile sind 25 Prozent aller ausstehenden Aktien leerverkauft. Rechnet man die Aktien heraus, die sich in festen Händen befinden – Elon Musk etwa hält 26,7 Prozent der Aktien –, dann ist sogar nahezu jede zweite Tesla-Aktie leerverkauft. 

„Vielleicht unklug“

Elon Musk selbst hat auf die Frage, was er davon halte, auf fallende Tesla-Kurse zu spekulieren geantwortet, das es „vielleicht unklug“ sei. Tatsächlich ist es sogar brandgefährlich, wie die Kursentwicklung der vergangenen Tage zeigt. Denn der jüngste Kursanstieg geht zu einem Großteil auf Leerverkäufer zurück, die ihre Positionen aus Angst vor weiter steigenden Kursen schließen. Und das geht nur über Käufe auf dem Aktienmarkt. Und mit jedem weiteren Kursanstieg erhöht sich die Zahl der Leerverkäufer, die ihre Positionen schließen möchten – ein klassischer Short-Squeeze. 

„Ein Rätsel, ein Mysterium“

Ein Shortsqueeze kann auch vermeintlich überteuerte Aktien in ungeahnte Höhen treiben. Vor allem bei Aktien, die in erster Linie von ihrer Zukunfts-Fantasie leben und bei denen die Perspektiven bei einigen Anlegern deutlich höher bewertet werden als die nackten Zahlen. So hat etwa gerade der bekannte amerikanische TV-Börsenexperte Jim Cramer vor einem Leerverkauf von Tesla-Aktien gewarnt. Tesla sei vergleichbar mit Amazon, die Aktie sei einfach unmöglich zu bewerten, sie sei ein Rätsel, ein Mysterium, so Cramer weiter. 

Rekordhoch zum Greifen nah

Auch wenn man am Erfolg von Tesla zweifelt, das Unternehmen als hoffnungslos überteuert betrachtet und Elon Musk für einen Blender hält, bei der Aktie auf fallende Kurse zu spekulieren, ist wirklich gefährlich. Es ist sogar gut möglich, dass die Aktie durch die hohe Leerverkaufsquote sogar auf ein neues Rekordhoch steigt. Weit entfernt ist es mit 291 Dollar nicht mehr. 

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  • Rudi Weiher -
    Sehr geehrter Herr Maydorn, vielen Dank für diesen überaschend ehrlichen Bericht zur TSLA Aktie. Es wäre schön wenn ihre anderen Kollegen welche sich TSLA Expertise auf die Fahnen schreiben, diesen Artikel lesen würden. Dann hätten die Leser auch eine einheitliche Berichterstattung. Es fällt vielen Analysten wirklich schwer visionsgetriebene Unternehmen amerikanischen Schlages einzuschätzen. Vielen Dank also für diesen ehrlichen Beitrag. Herzliche Grüße

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