Tesla
- Michel Doepke - Redakteur

Tesla: Trucks für Pepsi – Durchbruch oder nur ein Test?

Nach DHL und Wal-Mart hat auch PepsiCo eine Order bei Tesla aufgegeben. CEO Elon Musk soll dem amerikanischen Konsumgüter-Hersteller 100 „Semi“-Trucks liefern. Bei aller Euphorie um das neue Produkt: Die Konkurrenz sitzt im Nacken, gerade was alternative Antriebe angeht. Dennoch zieht die Tesla-Aktie wieder kräftig an.

Der Auftrag für PespiCo ist der bis dato größte öffentliche Auftrag für den Elektro-Lkw. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer in lediglich fünf Sekunden und einer Reichweite von bis zu 800 Kilometern hat Musk die hochgesteckten Erwartungen erfüllt. In gerade einmal 30 Minuten soll die Batterie vom „Biest“ aufgeladen sein. Doch es gibt erste Zweifel, wie Musk das schaffen möchte.

Laut einem Artikel von Bloomberg New Energy Finance, braucht es ein Ladesystem, welches dem Zehnfachen der Supercharger-Power entspreche. Und Tesla hat bereits eine der schnellsten Ladesäulen auf dem Markt. Um die Reichweite mit der Batterie zu schaffen, müsse diese 600 bis 1000 Kilowattstunden Strom produzieren. Ausgehend vom Mittelwert würde die Batterie über 100.000 Dollar kosten. Wenn diese Bloomberg-Berechnungen stimmen bleibt erneut die Frage, wie Tesla-CEO Musk mit dem „Biest“ Geld verdienen will.

Brennstoffzelle die bessere Alternative?

Toyota ist einer der Fahrzeugbauer, die auch Produkte mit einem Brennstoffzellen-Antrieb anbieten. „Project Portal“ heißt das Lkw-Projekt der Japaner – und dieser kann sich ebenfalls in der Beschleunigung sehen lassen. (Videolink). Noch interessanter ist das Start-Up Nikola: Die Reichweite des „Nikola One“ beträgt stattliche 800 bis 1200 Meilen (ca. 1287 bis 1931 Kilometer) und verfügt eine Brennstoffzelle und Batterie. Vollgetankt ist der Truck in bereits 15 Minuten.

Konkurrenzdruck steigt

Ohne Frage: Dass große Konzerne wie Wal-Mart, DHL und Co bei Tesla den „Semi“-Truck ordern, spricht für den Vorsprung und das Ansehen, welches sich Elon Musk weltweit erarbeitet hat. Dabei handelt es sich aber wohl nur um Testflotten, PepsiCo beisüielsweise verfügt eine Flotte von rund 10.000 Lastwagen. Darüber hinaus sollten die anderen Alternativen zum Verbrenner nicht unter den Tisch gekehrt werden.

Charttechnisch befindet sich die Tesla-Aktie wieder im Aufwind. Die Marke bei 300 Dollar konnten die Papiere erfolgreich verteidigen. Trotzdem bleibt die Aktie aufgrund der hohen Bewertung und des hohen Drucks, der auf der Model-3-Produktion liegt, nur für spekulative Anleger geeignet.

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  • Peter Janka -
    Musk muß scheinbar wieder die Marketingmaschine anwerfen, um von dem augenblicklichen Desaster des Model 3 abzulenken, dessen Produktion weit von den geplanten Zahlen entfernt ist. Mit dem LKW sollen die Gegenwartsproblem kaschiert werden. Ob das gelingen wird mit einer Order von nur 100 Stück von Pepsi, 10 der DHL und weniger als 300 insgesamt bleibt abzuwarten. Gerade die Kosten, wie auch hier im Artikel bezugnehmend auf Bloomberg machen mich sehr skeptisch. Die liquiden Mittel reichen nur noch bis Q3/2018, wenn die Geldverbrennung so weiter geht. Dabei sind die Kosten und Investitionen für die neuen Fabriken in China und für die LKWs noch gar nicht berücksichtigt. Wenn Musk die Probleme in der Gegenwart nicht in den Griff bekommt, dann werden die Investoren ihn bald nicht mehr für die Zukunftsprojekte unterstützen und das führt ganz unweigerlich in die Insolvenz oder Übernahme durch einen Konkurrenten. Dieses Szenarion ist in dem exorbitanten Börsenkurs von fast 300€ nicht berücksichtigt.

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