Tencent
- Benedikt Kaufmann

Tencent nach den Zahlen: Anleger holen Luft

Tencent kann im dritten Quartal die Gewinnerwartungen übertreffen. Wachstum im Werbegeschäft und ein saftiger Einmaleffekt geben dem Tech-Konzern etwas Zeit, um eine Lösung für das Problemsegment Gaming zu finden. Auch Anlegern bieten die Zahlen eine Möglichkeit durchzuatmen – die Aktie reagiert positiv mit einem Plus von 3,7 Prozent.

Die Sorgen vor der Veröffentlichung der Q3-Zahlen waren groß:

  • Die schwächere Konjunktur in China könnte sich insbesondere auf die Werbeumsätze niederschlagen.
  • Der Lizenzvergabestopp auf dem chinesischen Gaming-Markt könnte empfindliche Margen- und Gewinneinbrüche mit sich bringen.

Doch Tencent traf es im dritten Quartal weniger schlimm als befürchtet:

  • Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 24 Prozent auf 80,4 Milliarden Yuan (11,7 Milliarden Dollar) – Analysten erwarteten leicht stärkere Erlöse von 80,6 Milliarden Yuan.
  • Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,06 Yuan und damit über den Schätzungen von 1,95 Yuan.

Überraschungen überwiegen die Probleme

Die große Überraschung war jedoch der rasante Umsatzzuwachs von 47 Prozent im Werbegeschäft. Ein Trend, der sich klar gegen die Befürchtungen einer weiter schwächelnden chinesischen Konjunktur stellt. Denn Marketingausgaben sind in der Regel die Kosten, die ein Unternehmen in wirtschaftlich schwachen Zeiten zuerst einspart. Ebenfalls stark waren die Investitionsgewinne von acht Milliarden Yuan. Für diesen positiven Einmaleffekt war insbesondere der Börsengang von Meituan Dianping Anfang Oktober verantwortlich.

Problematisch bleibt im dritten Quartal das Gaming-Segment. Die Umsätze mit Mobile-Games wuchsen nur um sieben Prozent, obwohl zehn neue Titel veröffentlicht wurden. Die PC-Umsätze schrumpften sogar um 15 Prozent.

Vorerst heißt es: Abwarten!

Das digitale Werbegeschäft und das gute Händchen bei Investitionen lassen die Anleger über das weiterhin problematische Gaming-Segment hinwegsehen. Der Markt straft nicht ab, sondern gewährt Tencent mehr Zeit, bis eine Lösung gefunden ist. Bevor jedoch eine solche Lösung gefunden ist, fehlt Tencent einer der wichtigsten Kurstreiber. DER AKTIONÄR empfiehlt mit der ersten Position aus Ausgabe 42/2018 investiert zu bleiben und abzuwarten.

 

 

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