Starbucks
- Benedikt Kaufmann

Tee-trinkende Chinesen treiben Starbucks-Kurs nach oben

Im schwachen Markt Gesamtmarkt können nur wenige Aktien mit satten Kursgewinnen überzeugen. Starbucks zählt dazu. Für den US-Konzern ist weder der disruptive E-Commerce-Trend noch der Handelsstreit mit China eine Gefahr. Vielmehr liefern E-Commerce und China rasante Wachstumsraten für den Einzelhändler.

Auf alle Kanäle setzen

Innerhalb der Einzelhandelsbranche hat Starbucks einen ganz klaren Vorteil: Der disruptive Trend E-Commerce gefährdet die Umsätze des Kaffeehauses kaum. Vielmehr ist es Starbucks selbst, das neue Maßstäbe in Sachen Digitalisierung setzt.

In China arbeitet der US-Konzern mit dem Tech-Giganten Alibaba zusammen, um eine neue Online-Offline-Strategie zu entwickeln. New Retail heißt hier das Zauberwort, das mithilfe von künstlicher Intelligenz, Automatisierung, Mobile-Payments und QR-Codes den Einzelhandel wieder in Schwung bringen will. „Wir werden Starbucks in alle Alibaba-Kanäle einbinden“, sagte Starbucks-Vorstand Kevin Johnson gegenüber CNBC. Der Plan sei dabei, auf der Onlineshopping-Seite der Chinesen zu verkaufen und über den Food-Delivery-Dienst auszuliefern. Gleichzeitig sollen in den Hema-Supermärkten, die auch zu Alibaba gehören, in den nächsten Jahren bis zu 600 sogenannte „Starbucks Delivery Kitchens“ entstehen, welche die Belieferung der umliegenden Gebiete sichern.

Offline setzt Starbucks im Reich der Mitte auf eine hohe Zahl an Neueröffnungen. Allein im vergangenen Jahr kamen 585 neue Läden in China dazu. Das Ziel von 600 zusätzlichen Standorten im laufenden Jahr dürfte der US-Konzern ebenfalls erreichen. Insgesamt sind es aktuell über 3.500 Filialen in 148 Städten.

Das Ziel der Alibaba-Partnerschaft und der rasanten Neueröffnungen ist klar: die Expansionsrate in Asien weiter beschleunigen und potenziellen Kaffee-Konkurrenten keine Chance auf dem jungen Markt lassen. Denn noch ist regelmäßiger Kaffeegenuss für den traditionellen Tee trinkenden Chinesen etwas neues – genügend Platz für Wachstum ist damit vorhanden.

Zahlen bestätigen die Strategie

China ist mittlerweile (nach den USA) der zweitgrößte und am schnellsten wachsende Markt für Starbucks. Dass sich der chinesische Markt für den Kaffee-Giganten lohnt, zeigen auch die Zahlen zum Q4. Der Konzern erzielte in Asien einen Umsatzzuwachs von 41 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar. Die operativen Gewinne legten um 15 Prozent zu. Ebenfalls positiv fiel eine weitere wichtige Kennzahl im Einzelhandel aus: Der Anstieg der sogenannten „comparable store sales“, die den durchschnittlichen Umsatzzuwachs innerhalb desselben Ladens angeben, liegt bei einem Prozent. Damit wird deutlich, dass die Neueröffnungen sinnvoll sind und die schon vorhandenen Läden nicht kannibalisieren.

Erste Position mit engem Stopp

Sicherlich ist im 19er-KGV von 25 bereits die erfolgreiche China-Expansion eingepreist. Doch die Wachstumsraten auf dem aussichtsreichen Markt könnten sich durch Neueröffnungen und die Alibaba-Partnerschaft beschleunigen. Das Zünden der Kursrakete nach den Zahlen zeigt: Anleger begrüßen diese Strategie. Neueinsteiger folgen dem Trend und kaufen eine kleine erste Position. Für die zweite Position können Anleger ein Kauflimit von 63,50 Dollar setzen.

Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus DER AKTIONÄR 47/18. Hier gelangen Sie zur vollständigen Ausgabe.

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