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- Michael Schröder - Redakteur

Super-Bowl-Indikator: Fluch oder Segen für die Aktienmärkte?

Heute Nacht ist es wieder so weit: Dann findet im Metlife-Stadium in New Jersey der Super Bowl XLVIII statt. Im größten Einzelsportereignis der Welt treffen die Denver Broncos und die Seattle Seahawks aufeinander. Sportfans rund um den Globus fiebern dem Highlight des Jahres entgegen. Doch die 48. Auflage des Endspiels um die Meisterschaft im American Football hält nicht nur die Sportfans in Atem, sondern auch die Wall Street. Denn der Super-Bowl-Indikator gibt die Richtung für die Aktienmärkte vor - zumindest statistisch gesehen. Die Börsianer müssen daher auf einen Sieg der Seattle Seahawks hoffen.

Es gibt an der Börse eine Reihe von Weisheiten und Indikatoren. Einer davon ist der so genannte Super-Bowl-Indikator. Was steckt dahinter? Alljährlich kämpfen die führenden US-Teams der National Football Conference (NFC) und der American Football Conference (AFC) um den Super Bowl. Gewinnt das Team aus der NFC, so besagt der Indikator, geht es für die Börsen im laufenden Jahr bergauf. Gewinnt die Mannschaft aus der AFC, gehen die Kurse auf Talfahrt.

Vor dem 48. Super Bowl, in der Nacht zum Montag (ab 0:30 Uhr MEZ), erwarten viele Experten eine ausgeglichene Begegnung zwischen den Denver Broncos (AFC) und den Seattle Seahawks (NFC) aufeinander. Beide Teams gewannen in der regulären Saison jeweils 13 von 16 Partien und hatten damit die beste Bilanz aller NFL-Teams. Ebenfalls interessant: Denver stellt die beste Offensive der Liga, Seattle die beste Defensive. Wie in jedem Jahr ist auch der Super Bowl XLVIII ein Duell der Quarterbacks. Der erfahrene Peyton Manning (37 Jahre) von den Denver Broncos trifft auf den zwölf Jahre jüngeren Russell Wilson. Börsianer müssen aber auf einen guten Tag von Wilson hoffen, der gerne selbst mit dem Ball in der Hand die gegnerischen Abwehrspieler umkurvt.

Super-Bowl-Indikator: Trefferquote leidet

Die Trefferquote des Super-Bowl-Indikators liegt zwar bei rund 80 Prozent und damit höher als bei manchem konjunkturell begründeten Index. Sie hat zuletzt jedoch etwas gelitten. 2008 triumphierten die New York Giants aus der NFC über dem AFC-Sieger New England Patriots. Doch das Börsenjahr 2008 endete bekanntermaßen mit historischen Kursverlusten von rund 40 Prozent. 2009 gewann mit den Pittsburgh Steelers das AFC-Team gegen die Arizona Cardinals (NFC). Dem Indikator zufolge drohte ein weiteres Jahr im Bärenmarkt. Bis März behielt der Indikator recht, danach folgte eine rasante Aufwärtsbewegung. 2011 siegten zwar die Green Bay Packers aus der NFC mit Quarterback Aaron Rodgers gegen die Pittsburgh Steelers (AFC). Gegen die Staatsschuldenkrise hatten die Sieger der Vince-Lombardi-Trophäe jedoch bekanntermaßen keine Chance. Die Indizes beendeten das Jahr mit deutlichen Verlusten. Rechtbehalten hat der Indikator dagegen wieder im Jahr 2012, als die New York Giants aus der NFC gewonnen haben. Komplett daneben lag der Super-Bowl-Indikators dagegen im Vorhjahr: 2013 gewann im Mercedes-Benz Superdome in New Orleans mit den Baltimore Ravens das AFC-Team gegen die San Francisco 49ers (NFC) mit 34 zu 31 den Super Bowl XLVII. Die US-Indizes markierten im Jahresverlauf dennoch neue Rekordstände.

Werbung zu Rekordpreisen

Aber auch losgelöst vom Indikator ist der Super Bowl an der Wall Street ein Thema. Die große Footballshow wird von einer Halbzeitparty der Extraklasse aufgelockert. Popstar und R&B-Sänger Bruno Mars sowie die Red Hot Chili Peppers werden die Zuschauer in New Jersey in der Halbzeitpause unterhalten. Das größte Sportereignis des Landes ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. Beim NFL-Finale werden weltweit regelmäßig die höchsten Einschaltquoten des Jahres erwartet. In über 180 Ländern wird das Spiel im TV zu sehen sein. Allein in den USA werden rund 111 Millionen Menschen vor den Bildschirmen sitzen. Rund um den Globus dürften es rund 800 Millionen sein. Der übertragende US-Sender Fox hat dem Vernehmen nach alle Plätze für Fernsehwerbespots am "Super-Bowl-Sonntag" verkauft. Allein die Werbung kostet so viel wie noch nie: rund vier Millionen Dollar für 30 Sekunden. Die meisten Unternehmen produzieren eigens für den Super Bowl Spots, die besonders witzig sind oder setzen auf Superstars aus Sport, Film und Musik.

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