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STS Group IPO: Schwieriges Umfeld

In Deutschland strebt ein weiterer Zulieferer aus der Automobilindustrie an die Börse. Die Beteiligungsgesellschaft Mutares plant, ihre Tochter STS Group AG im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Zeichnung ist noch bis 29. Mai möglich.

Die Gesellschaft mit Hauptsitz in Hallbergmoos ist eigenen Angaben zufolge technologisch mitführend in der Herstellung von Kunststoff-Spritzguss und Akustik-Spezialprodukten vor allem für leichte und schwere Nutzfahrzeuge sowie Pkw. Zu den Kunden zählen Daimler, MAN, Scania und Volvo oder Alfa Romeo, Fiat sowie Jeep. Seit 2013 ist die STS Group Teil des Portfolios der Beteiligungsfirma Mutares und bestand zu Beginn aus fünf Werken in Italien, die Mutares zu drei Werken zusammengelegt hat. 2017 war vor allem von Ad-on-Akquisitioinen geprägt, wodurch die Gesellschaft zur aktuellen Struktur geformt wurde: Mit der Übernahme des Nutzfahrzeug-Zulieferergeschäfts der Plastik Omnium-Gruppe, der Mecaplast Gruppe sowie dem Erwerb eines brasilianischen Werkes des Autoneum-Konzerns hat die STS Group drei strategische Zukäufe erfolgreich abgeschlossen. Dadurch entstand erst die heutige Struktur der STS Gruppe mit ca. 2.500 Mitarbeitern in 16 Ländern.

Marge ausbaufähig

Der Börsenaspirant weist für 2017 Umsätze von 310 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 55 Millionen Euro aus. Bereinigt um Sondereffekte aus den Übernahmen und Transferleistungen aus der früheren Konzernstruktur reduziert sich das operative Ergebnis allerdings auf knapp 14,2 Millionen Euro, nach 7,33 Millionen Euro im Jahr davor. Im laufenden Jahr kommt die die STS Group voraussichtlichg auf Erlöse von 448 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 21,5 Millionen Euro. Daraus resultiert im Vergleich zu anderen börsennotierten LKW-Zulieferern wie SAF-Holland oder Jost Werke eine ausbaufähige Marge von 4,8 Prozent.

Asien, USA, E-Mobility und autonomes Fahren im Fokus

Das Angebot setzt sich aus 1 Mio. neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung der STS Group sowie einer Umplatzierung von weiteren 1 Mio. Aktien der bisherigen Alleinaktionärin Mutares  zusammen. Hinzu kommt eine Mehrzuteilungsoption von 300.000 Aktien aus dem Bestand der Beteiligungsgesellschaft. Das Grundkapital der STS Group erhöht sich nach Umsetzung der Transaktion auf bis zu 6 Mio. Aktien.  Die Preisspanne für die angebotenen Aktien wurde auf 26 bis 32 Euro je Aktie festgelegt. Damit fließen der STS Group AG 26 bis 32 Millionen Euro an Bruttoemissionserlösen zu. Mit den Mitteln aus dem Börsengang will STS insbesondere die weitere Expansion Richtung China und Nordamerika sowie die Ausdehnung der Produktion nach Osteuropa sowie eine Forcierung der Entwicklung von Lösungen speziell für E-Mobility und autonomes Fahren vorantreiben. Das Zeichungsangebot läuft seit dem 15. Mai bis voraussichtlich 29. Mai 2018. Die Erstnotiz ist für den 1. Juni 2018 geplant.

Kein Hype um die Aktie

Die vorbörslichen Taxen im Handel per Erscheinen liegen am unteren Ende der Preisspanne, was einerseits ein Zeichen für das schlechte Klima für IPOs ist, andererseits auch eine Chance darstellt. In Finanzkreisen gab es zuvor die Spekulationen, dass die STS Group zu einer Bewertung im Bereich um 300 Millionen Euro an die Börse gebracht werden könnte. Nun liegen wir bei etwas mehr als der Hälfte, was auch die aktuelle Schwäche der Aktie der Mutter Mutares erklärt.

 

 

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