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- Andreas Deutsch - Redakteur

Stark, stärker, DAX - Anleger sicher: Es gibt keinen Grexit

Die Hoffnung stirbt zuletzt – im Griechenland-Drama scheint die Hoffnung auf ein glückliches Ende berechtigt gewesen zu sein. Aber noch ist das nervenaufreibende Pokerspiel nicht vorbei. Die Kurse steigen trotzdem weiter.

Nach dem Krisengipfel in Brüssel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Druck auf Athen noch einmal erhöht. Im griechischen Schuldendrama gebe es zwar einen "gewissen Fortschritt", sagte Merkel am Montagabend in Brüssel. "Aber es ist auch klar geworden, dass noch sehr viel Arbeit zu leisten ist, und dass die Zeit dafür sehr kurz ist." Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte praktisch in letzter Minute neue Vorschläge für harte Steuererhöhungen und Einsparungen vorgelegt.

Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht noch Handlungsbedarf. Die neuen Vorschläge Athens seien noch zu unspezifisch, sagte sie. Merkel betonte: Basis der Verhandlungen bleibe die Position der drei Institutionen IWF, Europäische Zentralbank (EZB) und EU-Kommission, die Griechenland bereits deutlich entgegen gekommen seien.

Griechenland muss eine umfassende Reformliste vorlegen, um 7,2 Milliarden Euro aus dem bis Ende Juni laufenden Hilfsprogramm zu erhalten, die derzeit blockiert sind. Die Zeit drängt, weil das Land quasi vor der Pleite steht. Athen muss bis zum 30. Juni knapp 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlen. Einer möglichen Verlängerung des Programms beziehungsweise einer Auszahlung der bisher blockierten Hilfen müssten neben anderen Parlamenten auch das griechische und der Bundestag noch zustimmen.

Merkel sagte, sie hoffe, dass das für diesen Mittwochabend anberaumte weitere Treffen der Eurogruppe Ergebnisse verkünden könne. Dies müsse dann Grundlage der Beratungen des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag sein. "Es stehen Stunden intensivster Beratungen vor uns." Es sei noch eine sehr komplexe Materie zu bewältigen. "Wir arbeiten dafür, dass alles klappt." Auf Fragen nach einem Schuldenschnitt für Griechenland ging die Kanzlerin nicht ein.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: "Ich bin überzeugt davon, dass wir zu einer abschließenden Einigung im Laufe dieser Woche kommen, aus dem einfachen Grund, dass wir diese Woche eine Einigung finden müssen."

DAX erholt sich

Die Aktienmärkte sind dank der Annäherung weiter optimistisch. Der DAX liegt am Dienstagmittag mit 1,4 Prozent im Plus bei 11.616 Punkten. Damit knüpfte der Leitindex an seinen fulminanten Wochenauftakt an, der ihm mit einem knapp vierprozentigen Kurssprung das größte Tagesplus seit August 2012 beschert hatte. Sollte es zu einer gütlichen Einigung im Griechenland-Drama kommen, dürfte der DAX schnell wieder oberhalb der 12.000-Punkte-Marke stehen. Kommt der Grexit, geht es wohl zehn, vielleicht sogar 15 Prozent abwärts. Das wären dann aber klare Kaufkurse.

(Mit Material von dpa-AFX)

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