SOLARWORLD
- Alfred Maydorn - Redakteur

Solarworld-Absturz: Angriff von Trina und JinkoSolar

Die Aktie von Solarworld stürzt zu Wochenbeginn um rund sieben Prozent ab. Schon Ende der vergangenen Woche kam die Aktie trotz Vorlage guter Geschäftszahlen unter Druck. Verantwortlich sind der schwache Q1-Ausblick und die sich verschärfende Konkurrenz auf dem für Solarworld so wichtigen US-Markt. Vor allem Trina Solar und JInkoSolar blasen dort zum Angriff. 

Noch in der vergangenen Woche hatte die Solarworld-Aktie vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen für 2015 Kurse von 11,70 Euro erreicht, jetzt ist das Papier wieder unter die 10-Euro-Marke gerutscht. Die Zahlen waren etwas besser als erwartet, aber der Ausblick gefiel den Anlegern nicht. 

Vor allem das angekündigte Abrutschen in die roten Zahlen im ersten Quartal 2016 kam nicht gut an, wenngleich Solarworld das mit den üblichen saisonalen Schwankungen begründete. Berechtigte Zweifel bestehen am Jahresziel von Solarworld, einer Umsatzsteigerung um über 20 Prozent. Denn ab der Mitte des Jahres sind die neuen Solarfabriken von Trina Solar in Thailand und von JinkoSolar in Malaysia voll einsatzfähig. Und die werden vor allem den US-Markt beliefern, weil so die US-Strafzölle auf in China gefertigte Solarmodule umgangen werden können. 

Existenzbedrohender Reschtsstreit

Vor diesem Hintergrund dürfte es für Solarworld schwer werden, seine Marktanteile auf dem US-Markt zu halten, geschweige denn auszubauen. Zudem dürften die bei Solarworld ohnehin nicht sehr üppigen Margen unter Druck geraten. Und dann gibt es bei Solarworld immer noch den existenzbedrohenden Rechtsstreit mit dem Siliziumlieferant Hemlock, der fast 800 Millionen Dollar Schadenersatz fordert. Rückstellungen für den Fall einer Niederlage hat Solarworld nicht gebildet. 

Solarworld meiden, Trina Solar, JinkoSolar kaufen

Anleger sollten Aufgrund der unsicheren Perspektiven und der hohen Risiken um Solarworld weiterhin einen großen Bogen machen. Sehr interessant sind dagegen die Aktien von Trina Solar und insbesondere JinkoSolar. Vor allem die neuen Chancen auf dem US-Markt sind in den aktuellen Kursen noch nicht ausreichend berücksichtigt. 

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