SolarWorld
- Michel Doepke - Volontär

SolarWorld: Wie geht es nach den Zahlen weiter?

Im heutigen Handel zählt die SolarWorld-Aktie zu den Gewinnern der Branche. Die Anteilsscheine können um bis zu 2 Prozent zulegen – trotz mäßiger Zahlen und der Niederlage im US-Prozess mit Hemlock Semiconductor.

Der Firma gelang es im zweiten Quartal ein positives EBIT von 6,6 Millionen Euro zu erzielen. Im vergangenen Berichtszeitraum musste das EBIT dagegen noch negativ ausgewiesen werden (Q2 2015: -4,2 Millionen Euro). Das deutsche Solar-Unternehmen leidet zunehmend unter dem stärker werdenden Preisdruck auf dem internationalen Solarmarkt.

Prozessniederlage mit Folgen

Der jüngst verlorene Rechtsstreit um die angeschlossenen Lieferverträge von 2005 in den USA gegen Hemlock sorgt weiterhin für Unsicherheit. Die Existenz des Unternehmens ist nach dieser Prozessniederlage stark bedroht. Inwiefern das Urteil in Deutschland rechtskräftig ist, wird derzeit geprüft. Sollte es keine Möglichkeit geben, die 720 Millionen Schadensersatz zu umgehen, droht im schlimmsten Fall die Insolvenz.

Der nächste Nackenschlag

Bereits 2013/2014 retteten die Aktionäre den Bonner Photovoltaik-Konzern, indem diese bis zu 95 Prozent auf ihr eingesetztes Kapital verzichteten. SolarWorld wurde somit vor der drohenden Insolvenz bewahrt.

Eine Wende im Fall Hemlock ist nahezu ausgeschlossen, auch wenn eine außergerichtliche Einigung angestrebt wird. Auf anwalt.de äußerte sich der Wiesbadener Anwalt Joachim Cäsar-Preller folgendermaßen zu der Verurteilung: „Das aktuelle Urteil hat ein Einzelrichter gesprochen. Das ist ein Beleg dafür, dass die Beweislage als so eindeutig gilt, dass die Anhörung einer Jury nicht nötig war. Ob eine Berufungsgericht in den USA zu einer anderen Auffassung kommt, ist zweifelhaft. Vertrauen sollten die Aktionäre darauf nicht."

Finger weg

DER AKTIONÄR rät weiterhin von einem Einstieg ab. Die Kursperformance der letzten Jahre spricht Bände. Internationaler Preisdruck vor allem durch Konkurrenz aus den USA und China setzen die Firma weiter unter Druck. Zudem belastet die angesprochene Prozessniederlage in den Vereinigten Staaten – SolarWorld steht vor einer ungewissen Zukunft.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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