SMA Solar
- Martin Mrowka - Redakteur

SMA Solar: Warum der Absturz noch weitergehen könnte

Die Aktien von SMA Solar stehen seit Mitte Mai unter Druck. Neben technischen Faktoren ist China einer der Hauptgründe für den jüngsten Kursrückgang. Das Reich der Mitte hat für dieses Jahr einen Baustopp für Solarkraftwerke verhängt und kürzt Subventionen. Das hat die gesamte Solarbranche geschockt. Regelmäßige Leser des AKTIONÄR schauen dem Treiben jedoch recht gelassen zu: Mitte Mai wurde hier nach Zielerreichung bei 60 Euro zum Ausstieg geraten.

Damals hatte sich der SMA-Solar-Kurs auf den höchsten Stand seit September 2011 geschoben – ohne dass es dafür fundamentale Gründe gab. Lediglich die Aussicht auf bessere Geschäfte auch dank des angeschobenen Wandels der Geschäftsstrategie hin zum breit aufgestellten Energiedienstleister pushte den Kurs. Mitte Mai stieg die Bewertung auf rund zwei Milliarden Euro – was angesichts eines Vorsteuergewinns von rund 100 Millionen Euro zu hoch erschien. Eine technische Korrektur war überfällig.

Vorstand verkauft Aktienpaket

Diese begann kurz nachdem der SMA-Kurs bis auf 63 Euro gestiegen war - die Aktie rauschte abwärts. Am 25. Mai kam der Dividendenabschlag von 0,35 Euro hinzu und Ende Mai verkaufte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon außerbörslich dann auch noch für 2,75 Millionen Euro SMA-Aktien – vor dem China-Schock. Auch Vorstand Jürgen Reinert hatte zuvor ein großes Aktienpaket abgestoßen.

Nach der abrupten Rücknahme der chinesischen Solar-Subventionen erwartet die Bloomberg New Energy Finance Organisation (BNEF) ein wahres Blutbad in der gesamten Wertschöpfungskette der Solarindustrie. Allein die Preise für multikristalline Solarmodule könnten in China um ein Dritttel fallen. Die China-Firmen werden verstärkt ihr Heil im Ausland suchen. Der Preissturz dürfte sich ausgehend vom weltweit größten Solarmarkt global ausbreiten - das ist nicht gut für die Gewinne der Solar-Firmen.

 

Weiterer Kursrückgang möglich

Auch der TecDAX-Wert SMA Solar Technologies dürfte leiden. Nach dem bisherigen Kurssturz auf 47 Euro ist zwar der einjährige Aufwärtstrend noch intakt. Die entsprechende Trendlinie verläuft bei etwa 45 Euro. Doch muss angesichts des schwieriger werdenden Wettbewerbsumfelds in den nächsten Wochen mit weiteren Abgaben der SMA-Aktie gerechnet werden. Technische Unterstütungen liegen bei gut 42 Euro, wo auch die 200-Tage-Linie verläuft, und bei knapp 40 Euro.

Auch die aktuelle Kurserholung auf etwa 48,50 Euro ist noch nicht als Trendwende zu verstehen, sondern wohl lediglich eine vorübergehende Aufwärtskorrektur. Bis auf weiteres sollten längerfristig orientierte Anleger dem Treiben von der Seitenlinie aus zuschauen. DER AKTIONÄR wird rechtzeitig neue Signale aufzeigen. 

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