Silber
- Markus Bußler - Redakteur

Silber: 10 Dollar und weniger?

Der silberne Krügerrand hätte sich sein Debut sicherlich in einem erfreulicheren Umfeld vorgestellt. Seit August ist die Münze erstmals im Handel erhältlich – und der Silberpreis fiel zur Begrüßung auf ein neues Jahrestief. Einige Silberanleger nehmen es mit Galgenhumor: Jetzt kann man eben mehr Münzen für das gleiche Geld kaufen. Doch wirklich lustig ist die Lage bei Silber nicht.

Der Chart war lange Zeit vor allem von Lustlosigkeit geprägt und verlief in einer Seitwärtsrange zwischen 16 Dollar auf der Unter- und 17,50 Dollar auf der Oberseite. Doch mit dem Rutsch beim Goldpreis unter die 1.280 Dollar-Marke kam auch bei Silber Bewegung in den Chart. Dummerweise aus Sicht der Silberanleger auf der falschen Seite. Silber durchbrach die Unterstützung bei 16 Dollar und rutschte gefährlich nah Richtung 15 Dollar.

Silber hat es übrigens Gold gleichgetan: Beide Edelmetalle setzten praktisch punktgenau auf ihrem Tief aus dem Sommer 2017 auf. Die Bullen konnten diese Marke im ersten Anlauf verteidigen und zeigten erstmals seit Wochen wieder eine kleine Reaktion. Eine größere Aufwärtsbewegung blieb bislang aber versagt.

Rutsch in den einstelligen Bereich?

Hinter den Kulissen werden Rufe lauter, die Silber in den einstelligen Dollarbereich fallen sehen. Das wäre eine Analogie des Szenarios, das Gold Richtung 700 Dollar fallen sieht. Solche Meinungen werden stets in der Nähe eines Bodens lauter. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere, dass beim Rutsch des Ölpreises unter 30 Dollar eine Analystin ein negatives Kursziel für den Ölpreis ausgegeben hat. Die Begründung: Die Lagerkosten seien so hoch, dass die Konzerne Abnehmern bald Geld zahlen würden, damit sie diese Kosten nicht mehr tragen müssen. Natürlich klingt das aus heutiger Sicht albern, damals jedoch wurde das tatsächlich diskutiert.

Silber kämpft aktuell mit der Marke von 15,16 Dollar als wichtige Unterstützung. Fällt das Edelmetall darunter, rücken aus charttechnischer Sicht tatsächlich die 2015er Tiefs bei 14 bis 13,65 Dollar noch einmal in den Blick. Doch ein Blick an die Terminmärkte lässt einen solchen Rutsch nur schwerlich vermuten. Die Commercials haben ihre Shorts bereits deutlich reduziert.

Kurzum: Nach unten steht Silber an einer wichtigen Marke. Die Bullen sollten die 15,16 Dollar verteidigen, ansonsten dürfte es noch einmal Abwärtsdruck geben. Nach oben ist allerdings alles bis zur Marke von 16 Dollar nur als technische Gegenbewegung zu sehen. Erst über 16 Dollar steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiefs hinter den Anlegern liegen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Markus Bußler | 0 Kommentare

Silber: Ein erster Versuch

Die Würfel sind gefallen. Die US-Notenbank Fed hat in der vergangenen Nacht die Zinsen in den USA wie erwartet um einen Viertel Prozentpunkt erhöht. Eine kleine Überraschung gab es: Die Fed ließ durchblicken, dass man mit zwei weiteren Zinsanhebungen im Jahresverlauf rechnet. Der Dollar zog kurz … mehr
| Martin Mrowka | 0 Kommentare

Silber mit Preissprung - kommt nun der Ausbruch?

Seit Monaten macht der Silberpreis vor allem durch Lethargie auf sich aufmerksam. Der Preis verharrte in engen Grenzen nahe der 16,50-Dollar-Marke, die Volatilität schrumpfte auf historische Tiefen. Doch am Mittwoch springt das Edelmetall plötzlich an - während der große Bruder Gold sich nur … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Silber: Es brodelt unter der Oberfläche

Auf den ersten Blick kann man dem Silber-Chart nicht viel Positives abgewinnen. Das Edelmetall befindet sich seit Wochen in einer engen Handelsspanne. Von Dynamik fehlt jede Spur. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Und zwar gewaltig. An den Terminmärkten hat sich eine einmalige Konstellation … mehr
| Markus Bußler | 0 Kommentare

Silber: Eine Anomalie!

Silber ist praktisch in Vergessenheit geraten. Kaum jemand spricht mehr über den kleinen Bruder von Gold. Doch die Anzeichen mehren sich, dass das Edelmetall bald eine Renaissance erleben könnte. Vor allem auf dem Terminmarkt gibt es eine Entwicklung, die Anleger im Auge haben sollten. mehr