Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Volles Risiko – Milliardenauftrag in Gefahr

Bei Siemens gehen die Blicke derzeit in den Nahen Osten. Neben dem potenziellen Milliardendeal im Irak rückt auch die Entwicklung in Saudi-Arabien in den Fokus. Konzernchef Joe Kaeser hat nun die Teilnahme an der Investorenkonferenz in der Hauptstadt Riad abgesagt. Ein Milliardenauftrag kann deshalb nicht unterzeichnet werden.

Kaeser verzichtet wegen der Khashoggi-Affäre auf die Reise nach Saudi-Arabien. Politisch ist die Entscheidung nachvollziehbar. Doch Siemens könnte die Absage teuer zu stehen kommen. So kann Kaeser einen Kraftwerks-Großauftrag im Wert von bis zu 20 Milliarden Dollar nicht unterzeichnen.

Laut Bloomberg ist Unterzeichnung zwar nur aufgeschoben, dennoch blieb zunächst unklar, ob der staatliche Auftrag für Siemens damit in Gefahr ist. Zumal sich der DAX-Konzern auch Aufträge im Zusammenhang mit dem „Neom“-Projekt, einer riesigen Sonderwirtschaftszone Saudi-Arabiens am Roten Meer, erhofft.

Das sagt Kaeser

„Es ist die sauberste Entscheidung, aber nicht die mutigste“, schrieb Kaeser bei LinkedIn. „Ich wollte die Interessen aller Beteiligten (...) abwägen, die vertrauensvolle Partnerschaft mit Kunden in Saudi-Arabien und der arabischen Welt (und) Geschäftschancen, die bis 2030 einen Wert von bis zu 30 Milliarden Dollar erreichen könnten.“

Stopp beachten

Kaesers politische Entscheidungen sind für die Siemens-Aktie nicht immer förderlich. Allerdings dürfte Saudi-Arabien den Auftrag wegen der Absage kaum aufgeben. Aktuell bleibt das Bild beim DAX-Konzern im schwachen Marktumfeld insgesamt dennoch schwierig. Neueinsteiger warten ab. Wer investiert ist, beachtet den Stopp bei 95 Euro.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: So soll die Rettung gelingen

Der Umbau bei Siemens schreitet nach wie vor nur langsam voran. Vor allem bei der Zugfusion herrscht Ungewissheit. Um die EU zum Einlenken zu bringen, wollen der DAX-Konzern und der französische Partner Alstom den Wettbewerbshütern entgegenkommen. Das könnte allerdings den Sinn des … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Auf diese Marken kommt es jetzt an

In den vergangenen Monaten waren Industriekonglomerate an der Börse nicht sonderlich gefragt. Der dramatische Absturz von General Electric überlagert zwar alles, doch auch Siemens, ABB und Co konnten an der Börse nicht überzeugen. Bei Siemens bleibt das Charbtild aber interessant – und langfristig … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Das klingt vielversprechend

Der Umbau bei Siemens soll frischen Wind in den Konzern bringen. Künftig stehen drei „operative Unternehmen“ und drei „strategische Unternehmen“ nebeneinander. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Bereich „Intelligente Infrastruktur“. Jahrelang galt vor allem die Gebäudetechnik als … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Der Grund für den Erfolg

Durch den Umbau wird das Industriekonglomerat Siemens mehr und mehr aufgeweicht. Kritiker befürchten, dass dabei der starke Markenkern und die Identifikation von Arbeitnehmer und Kunden mit der deutschen Ikone verloren gehen. Teilweise wird die Auftrennung aber weniger radikal als befürchtet. Vor … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Keine Panik – die Zukunft ist gesichert

Digitale Industrien stehen bei der „Vision 2020+“ von Siemens im Mittelpunkt. Der DAX-Konzern will damit die Krise bei den Kraftwerken, die jahrelang für stabile Gewinne gesorgt haben, ausgleichen. Und der Plan könnte durchaus aufgehen: Denn das Geschäft mit vernetzten und intelligenten Maschinen … mehr