Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Unerwartete Unterstützung – das macht Hoffnung

Siemens-Chef Joe Kaeser und die Gewerkschaften sind in der Regel keine guten Freunde. Häufig steht der Manager in der Kritik – zuletzt unter anderem wegen dem Personalabbau in der Kraftwerkssparte. Doch bei der anstehenden Fusion der Bahnsparte mit Alstom ist die IG Metall auf Kaesers Seite. EU-Kommissarin Margrethe Vestager steht dagegen in der Kritik.

Siemens will die Zugtechnik mit dem französischen Wettbewerber Alstom verschmelzen. Beide Konzerne sehen nur so die Chance, einen wettbewerbsfähigen Gegenpart zum chinesischen Weltmarktführer CRRC zu schaffen. Vestager jedoch teilt diese Bedenken nicht und sieht CRRC, das bislang in Europa nur schwach vertreten ist, nicht als Rivalen. Sie hat eine verschärfte Prüfung der Pläne eingeleitet und will den Zusammenschluss nur unter strengen Auflagen genehmigen.

Der zuständige IG-Metall-Vorstand Jürgen Kerner wehrt sich laut Spiegel nun gegen die EU. „Die Tatsache, dass globale Wettbewerber bildlich gesprochen bereits den Fuß in der europäischen Tür haben", werde von der Kommission „konsequent ignoriert“, so Kerner, der auch im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, in einem scharf formulierten Argumentationspapier. Er droht jetzt schon mit heftigem Widerstand bei möglichen Auflagen. „Wir werden sehr kritisch beobachten, ob und welche Produkte und Plattformen abgespalten werden sollen“, heißt es, „und nicht akzeptieren, dass Zukunftstechnologien oder ganze Standorte“ wegfallen.

Halteposition

Die Zugfusion macht Sinn. Vestagers Widerstand ist dagegen schwer nachzuvollziehen, bedeutet für Siemens aber, dass die Umstrukturierung länger dauert als erhofft. Insgesamt bleibt die Situation kompliziert. Während in einigen Sparten wie der Digitalen Fabrik sehr gut läuft, belastet die Kraftwerkskrise nach wie vor. Die Aktie ist derzeit unverändert eine Halteposition mit Stopp bei 95,00 Euro.

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