Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Herbe Enttäuschung – Aktie bald zweistellig?

Zu Beginn der Woche hatten Meldungen über einen Milliarden-Auftrag aus Ägypten die Siemens-Aktie beflügelt. Doch am Donnerstag drückt Konzernchef Joe Kaeser auf einer Investorenkonferenz auf die Stimmung. Seine Aussagen zum zweiten Quartal enttäuschen die Anleger und belasten den DAX-Titel.

Trotz deutlichen Rückenwinds durch Währungseffekte spürt der Elektrokonzern auch im laufenden zweiten Geschäftsquartal die Probleme im Energiegeschäft. Die Entwicklung in der Sparte Power & Gas, die mit Preisdruck und Überkapazitäten zu kämpfen hat, ist einer der Gründe, weshalb die organischen Umsätze zwischen Januar und März moderat rückläufig sind. Bei der Präsentation in London musste Kaeser zudem klarstellen, dass auch die Ergebnisse im Kerngeschäft unter Druck stehen – unter anderem die Herausforderungen im Windkraftgeschäft belasten hier.

Für das bis zum 30. September laufende Geschäftsjahr 2014/15 hat Siemens die Prognose trotz der anhaltenden Probleme aber bestätigt. Der Umsatz soll in etwa auf Vorjahresniveau stagnieren, damals lagen die Erlöse bei 78,4 Milliarden Euro. Der Gewinn dürfte hingegen um mindestens 15 Prozent zulegen. Ursache hierfür sind allerdings Einmaleffekte – so spült zum Beispiel der Verkauf der Hörgeräte-Sparte kräftig Geld in die Kasse.

Dabeibleiben

Die Siemens-Aktie notiert derzeit knapp oberhalb der 100-Euro-Marke. Nach den Verlusten am Donnerstag droht der Titel jedoch, wieder in den zweistelligen Bereich zu fallen. Anleger bleiben dennoch dabei. Der Großauftrag aus Ägypten wirkt positiv, mittelfristig sollte der DAX-Riese auch die bestehenden Probleme in den Griff bekommen. Dazu lockt eine Dividendenrendite von 3,3 Prozent.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Das klingt vielversprechend

Der Umbau bei Siemens soll frischen Wind in den Konzern bringen. Künftig stehen drei „operative Unternehmen“ und drei „strategische Unternehmen“ nebeneinander. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Bereich „Intelligente Infrastruktur“. Jahrelang galt vor allem die Gebäudetechnik als … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Der Grund für den Erfolg

Durch den Umbau wird das Industriekonglomerat Siemens mehr und mehr aufgeweicht. Kritiker befürchten, dass dabei der starke Markenkern und die Identifikation von Arbeitnehmer und Kunden mit der deutschen Ikone verloren gehen. Teilweise wird die Auftrennung aber weniger radikal als befürchtet. Vor … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Keine Panik – die Zukunft ist gesichert

Digitale Industrien stehen bei der „Vision 2020+“ von Siemens im Mittelpunkt. Der DAX-Konzern will damit die Krise bei den Kraftwerken, die jahrelang für stabile Gewinne gesorgt haben, ausgleichen. Und der Plan könnte durchaus aufgehen: Denn das Geschäft mit vernetzten und intelligenten Maschinen … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: So funktioniert Wachstum!

Nach dem Umbau setzt Siemens neben der Digitalen Fabrik künftig vor allem auf den Bereich Smart Infrastructure. Hier werden Gebäudetechnik und Energiemanagement gebündelt. Die Sparte gilt als sehr zukunftsträchtig und soll bis zu 15 Prozent Umsatzrendite bringen. Geführt wird sie von Matthias … mehr