Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Enttäuschende Zahlen – so soll die Wende gelingen

Die Siemens-Aktie trägt am Donnerstag nach den Zahlen die rote Laterne im DAX. Aufgrund der verfehlten Erwartungen zeigen sich Anleger verunsichert, ob der laufende Umbau den Konzern tatsächlich zurück in die Erfolgsspur führt. Langfristig sollte sich die Vision 2020+ von Vorstandschef Joe Kaeser aber in jedem Fall positiv auswirken.

Trotz der schwachen Quartalszahlen hält Siemens an der Zukunftsstrategie fest. In den kommenden drei Jahren will der DAX-Konzern die Erlöse jährlich um vier bis fünf Prozent steigern. Die Marge soll auf 13 bis 14 Prozent klettern. Das Industriegeschäft soll dann auf drei größere Sparten konzentriert werden: „Gas and Power“, „Smart Infrastructure“ sowie „Digital Industries“. Hinzu kommen die sogenannten „Strategic Companies“ mit Siemens Healthineers, Siemens Gamesa Renewable Energy und voraussichtlich Siemens Alstom.

Künftig sollen die einzelnen Bereiche deutlich mehr unternehmerische Freiheit erhalten. „Nicht die größten Unternehmen werden überleben, sondern die anpassungsfähigsten. Deshalb werden wir das Verständnis für unsere Eigentümerkultur weiter ausbauen und unseren Geschäften deutlich mehr Selbständigkeit einräumen als bisher. Dazu gehört auch die direkte Zuordnung von geschäftsnahen Funktionen“, so Konzernchef Joe Kaeser.

Gewinnperle Digital Factory

Im Zentrum der neuen Siemens soll die Digital Factory stehen. Auch im abgelaufenen Quartal stach die zukunftsträchtige Sparte mit starkem, profitablem Wachstum hervor – und das trotz der anhaltend hohen Investitionen in die Mindsphere-Plattform. Vor allem beträchtliche Auftragsgewinne bei Mentor Graphics sorgten für Freude. Stark: Das Wachstum verteilte sich auf alle Berichtsregionen. In den USA und in Deutschland legten die Aufträge deutlich zu. Konzernchef Kaeser will die Digital Factory deshalb auch nicht eigenständig machen. Es gebe keine Pläne, die Sparte an die Börse zu bringen, so der CEO.

Basisinvestment für Konservative

Anleger sollten durch den Rücksetzer nicht in Panik verfallen. Langfristig dürfte Kaesers Plan aufgehen. Die einzelnen Sparten sollten sich durch mehr Freiraum besser entwickeln, zudem könnte sich der Konglomeratsabschlag verringern. Mit der Digital Factory steht zudem ein margen- und wachstumsstarkes Zukunftssegment im Mittelpunkt der neuen Strategie. Die Aktie ist für konservative Anleger nach wie vor interessant.

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