Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Eine umstrittene Entscheidung

Seit Wochen pendelt die Siemens-Aktie im Bereich der 100-Euro-Marke seitwärts. Die Krise in der Kraftwerkssparte verhindert die Rückkehr auf den Wachstumspfad. Konzernchef Joe Kaeser ist weiter bemüht, die Geschäft wieder anzukurbeln. Doch die anstehende Reise nach Saudi-Arabien ist nicht unumstritten.

Kaeser nimmt an der „in-Kingdom Total Value Add“ teil, einer Veranstaltung des saudischen Staatskonzerns Saudi Aramco. Noch vor vier Wochen hatte der CEO eine Reise zu einer Investorenkonferenz des Ölstaates abgesagt. Für Siemens ist Saudi-Arabien ein wichtiger Auftragnehmer. Bis 2030 sieht der Konzern Chancen auf Aufträge im Wert von 30 Milliarden Dollar.

In der Öffentlichkeit kommt die Reise Kaesers dennoch nicht gut an. Seit dem Tod des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi haben mehrere Länder Sanktionen gegen Saudi-Arabien verhängt, denn auch Kronprinz Mohammed bin Salman könnte – trotz klarer Dementis des Königshauses – in eine mögliche Ermordung verstrickt sein.

Halteposition

Aus geschäftlicher Sicht ist es wichtig, die Verbindungen mit Saudi Arabien nicht zu sehr zu belasten. Moralisch ist die Reise Kaesers jedoch zweifelhaft. So oder so: Es bleibt dabei, dass die Probleme bei den Kraftwerken den Wachstumskurs des Industriekonglomerats bremsen. Die Aktie ist deshalb aktuell lediglich eine Halteposition mit Stopp bei 95 Euro.

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