Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Das tut dem Rivalen richtig weh

In der Zugsparte von Siemens herrscht nach wie vor viel Unsicherheit, wie es weitergeht. Weiterhin ist völlig offen, ob die EU-Kommission der geplanten Fusion mit dem französischen Wettbewerber Alstom zustimmt. Doch bislang läuft es auch ohne den Partner gut. In Kanada gelang Siemens nun ein Prestigeerfolg.

Im Heimatmarkt des Rivalen Bombardier hat Siemens einen Großauftrag erhalten. Die staatliche Eisenbahngesellschaft VIA Rail hat eine Bestellung über 989 Millionen Kanadische Dollar – das sind rund 650 Millionen Euro – bei den Münchenern aufgegeben. Ab 2021 sollen die 32 neuen Züge geliefert werden. Zudem wurde eine Vereinbarung über die Instandhaltung der Wendezüge für 15 Jahre abgeschlossen.

Siemens sei als fairer Sieger aus einem offenen Ausschreibungsverfahren hervorgegangen, betonte VIA Rail. Die kanadische Eisenbahn betreibt einige der ältesten Züge in Nordamerika und will deshalb die Flotte modernisieren. Vor allem für Bombardier ist es nun ein empfindlicher Dämpfer, bei einem wichtigen Großauftrag im Heimatland nicht zum Zuge zu kommen.

Unveränderte Situation

Der Auftrag zeigt, dass die Mobilitätssparte von Siemens auch eigenständig stark ist. Langfristig wäre die Alstom-Fusion aber elementar, um sich dem chinesischen Weltmarktführer CRRC entgegenzustellen. Insgesamt dauert der Umbau bei Siemens jedoch zu lang. Der Aktie fehlen deshalb aktuell die Impulse. Trotz der langfristig guten Aussichten ist der DAX-Titel lediglich eine Halteposition mit Stopp bei 95 Euro.

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