Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Aktie bald dreistellig – der Weg bleibt steinig

Beinahe ein Jahr ist Joe Kaeser inzwischen bei Siemens im Amt. Obwohl die Milliarden-Übernahme des französischen Alstom-Konzerns zuletzt gescheitert ist, hat der neue Vorstandschef in dieser Zeit einiges bewirkt. Der große Konzernumbau schreitet voran und die Negativ-Schlagzeilen rund um Siemens wurden deutlich weniger im Vergleich zur turbulenten Zeit vor Kaesers Einstieg.

Zuletzt hat die US-Bank JPMorgan die Einstufung für Siemens auf „Overweight“ belassen. Vor den Quartalszahlen am kommenden Donnerstag bewegen sich die Schätzungen von Analyst Andreas Willi dicht an den Konsensprognosen. Allerdings bestehe die Gefahr weiterer Belastungen im Transmission-Bereich. Anleger dürften vor allem an Neuigkeiten zu möglichen Akquisitionen oder Verkäufen von Unternehmensteilen interessiert sein.

Vision 2020

In Zukunft will Joe Kaeser vor allem die Geschäftsfelder Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung in den Fokus rücken. Durch die Umsetzung seiner „Vision 2020“ soll das Unternehmen bald besser dastehen und größer sein. Doch vorerst erfordert das aktuelle Geschäft weiterhin die volle Aufmerksamkeit. Laut Börsen-Zeitung sind im dritten Quartal Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe im Stromübertragungsgeschäft angefallen. Zudem dürfte der Alstom-Deal des US-Konkurrenten General Electric (GE) für einen härteren Wettbewerb im Energiegeschäft sorgen.

Neues Selbstbewusstsein

Obwohl Siemens das Wettbieten um Alstom letztlich verlor, ging der Konzern nicht als Verlierer vom Platz. Zum einen musste GE nicht nur mehrfach seine Offerte nachbessern, sondern hat nun auch noch den französischen Staat als unangenehmen Großaktionär bei Alstom mit im Boot sitzen. Zum anderen hat Siemens gezeigt, dass man nach teuren Fehlgriffen inzwischen wieder das Selbstbewusstsein für einen großen Deal hat. Zeigt die Neuausrichtung von Joe Kaeser nun ebenfalls Wirkung, dürfte der nachhaltige Sprung über die 100-Euro-Hürde eine Frage der Zeit sein.

(Mit Material von dpa-AFX)

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