DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Update (3): Der helle Wahnsinn - Dow macht 1.000, der DAX 900 Punkte gut

Gegen 6:30 Uhr hatte es noch nach einem rabenschwarzen Handelstag in Frankfurt ausgesehen. Nach den schwachen Vorgaben der Wall Street und dem Kurseinbruch in Tokio wurde der DAX schon bei 11.675 Punkten gesehen. Am späten Abend dürften sich diejenigen, die heute Morgen gekauft haben, ein Gläschen Schampus gönnen. Die Börsen haben sich erholt, der DAX notiert bei 12.600 und der Dow bei 24.800 - rund 1.000 Punkte mehr als noch zur Eröffnung.

Die Angst vor schneller als erwartet steigenden Zinsen hatte gestern und zum Handelsauftakt heute die Anleger scharenweise aus Aktien fliehen lassen. Die Angst ist angesichts der starken US-Konjunkturdaten nicht unbegründet. Eine nahezu erreichte Vollbeschäftigung und steigende Löhne könnten dazu führen, dass sich auch die Inflation dem Ziel der Fed nähert. Statt der erwarteten zwei bis drei könnten damit vier Zinserhöhungen in diesem Jahr anstehen.

Die 200-Tage-Linie im DAX (bei 12.759 Punkten) rückte zwischenzeitlich in weite Ferne. Vielmehr musste man am Morgen dem langfristigen Aufwärtstrend Beachtung schenken. Dieser verläuft bei etwa 11.300 Punkten.

Doch am Abend schaut die Welt schon wieder viel freundlicher aus. Doch zu früh freuen sollte man sich auch nicht. Denn noch ist der GD200 ein Stück weit entfernt und damit das Verkaufssignal weiter intakt. Das starke Comeback macht aber Hoffnung, dass die Kurse am Morgen die "Chance of a lifetime" gewesen sind. Jetzt gilt es, das Momentum in den morgigen Handelstag mitzunehmen und die Erholung mit der Rückeroberung der 200-Tage-Linie zu veredeln.

Schmerzhaft, aber gesund

Trotz des beeindruckenden Intraday-Reversals sollten Anleger jetzt nicht gleich wieder in Euphorie verfallen. Der Dow Jones hat noch reichlich Korrekturpotenzial. Grundsätzlich hat sich aber das Chance-Risiko-Profil wieder deutlich gebessert. Wer nie einen Einstieg in den Markt gefunden hatte, könnte jetzt einen Fuß in die Tür stellen und eine kleine Position aufbauen. Mehr dazu am Mittwoch.

 

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  • Dennis Pagel -
    Wie soll denn die Party, insbesondere an den US-Märkten, weitergehen, wenn der Leitzins Ende 2018 wahrscheinlich über 2% liegt? Die EZB wird irgendwann folgen müssen, geht gar nicht anders...

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