Salzgitter
- Nikolas Kessler - Volontär

Salzgitter: Harter Weg aus der Krise

Salzgitter hat am Freitag die vorläufigen Zahlen bestätigt. Beim Ausblick für das laufende Jahr übt man sich beim zweitgrößten deutschen Stahlhersteller in Zurückhaltung. Kleiner Trost für die Aktionäre: Die Dividende bleibt auf Vorjahresniveau.

Bereits Mitte Februar hatte Salzgitter Eckdaten für das Geschäftsjahr 2014 bekanntgegeben. Diese wurden am Freitag im Rahmen der offiziellen Bilanzvorlage bestätigt. Der Fehlbetrag liegt bei rund 32 Millionen Euro und fällt deutlich geringer aus als im Vorjahr. Wegen hoher Abschreibungen verbuchte das Unternehmen 2013 ein Minus von 490 Millionen Euro.

Beschwerlicher Weg aus der Krise

Bei entscheidenden Reformen und dem Stellenabbau sei ein erstes Etappenziel erreicht, man habe aber noch eine harte Wegstrecke in Richtung befriedigender wirtschaftlicher Resultate zurückzulegen, sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann. Durch ein Sparprogramm und den Abbau von gut 1.500 Stellen will der Konzern seine Kosten um rund 200 Millionen Euro drücken. Bis Ende 2014 seien bereits drei Viertel der geplanten Stellenstreichungen vollzogen worden.

Alte und neue Probleme

Seit längerem kämpft Salzgitter mit dem enormen Preisdruck in der Branche. Auf dem europäischen Kernmarkt rechne er trotz allmählicher Stabilisierung auch nicht mit einer schnellen Besserung der Lage, so Fuhrmann. Und es gibt weitere Probleme: Das von Russland angekündigte Aus für das Pipeline-Projekt South Stream durch das Schwarze Meer trifft das Unternehmen hart. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr ein Hochofen des Unternehmens grundsaniert werden muss. Trotz gesunkener Rohstoffpreise rechne man deshalb damit, dass das wichtige Flachstahlgeschäft in diesem Jahr noch höhere Verluste schreiben wird als 2014.

Größtes Sorgenkind des Konzerns bleibt die Dortmunder Tochter HSP, die Fuhrmann als den „letzten strukturellen Verlustbringer“ bezeichnete. Durch den Abbau von 100 Stellen und weitere Sanierungsmaßnahmen solle das Problem aber noch in diesem Jahr gelöst werden. Auch der Verkauf von HSP sei nach wie vor eine Option.

Vorsichtiger Optimismus

Trotz der Baustellen im Konzern gab sich der der Vorstandschef vorsichtig optimistisch. Im laufenden Jahr wolle man wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Auch die Feburar-Prognose, die ein Vorsteuerergebnis im „unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“ anpeilte, habe nach wie vor Gültigkeit. Der Umsatz soll um rund 500 Millionen Euro auf 9,5 Milliarden Euro steigen. Die Dividende bleibt konstant auf Vorjahresniveau bei 20 Cent je Aktie.

Spekulation auf technischen Ausbruch

Im Derivate-Musterdepot ist DER AKTIONÄR mit einem Turbo-Bull auf Salzgitter engagiert. Der jüngst erfolgte charttechnische Ausbruch wurde jedoch bis dato nicht bestätigt. Sollte sich die Aktie nicht schnell wieder erholen, dürfte die Position zeitnah wieder geschlossen werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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