RWE
- Maximilian Völkl

RWE-Schock: Gewinnwarnung! Gericht stoppt Rodungen!

Im ohnehin schwachen Marktumfeld sticht die Aktie von RWE am Freitag noch negativ heraus. Die Ursache ist klar: Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat völlig überraschend einen vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst verhängt. Der Versorger musste umgehend reagieren und eine Gewinnwarnung veröffentlichen.

Das Gericht in Münster entsprach mit dem Rodungsstopp dem Antrag des Umweltverbandes BUND. Laut Urteil konnte RWE nicht angemessen begründen, dass die Rodungen am Hambacher Forst „zwingend erforderlich“ seien, um die Stromerzeugung in den Kraftwerken weiterzuführen. Da die Rodungssaison lediglich von Anfang Oktober bis Ende März verläuft und das Urteil vorher nicht fallen wird, kann RWE mit der Abholzung frühestens 2020 beginnen.

RWE selbst rechnet damit, dass erst Ende 2020 eine „bestandskräftige Entscheidung“ zur Rodung vorliegen wird. Deshalb musste der Konzern auf den Gerichtsentscheid sofort mit einer Gewinnwarnung reagieren. Das EBITDA wird demnach ab 2019 jährlich mit einem niedrigen dreistelligen Millionen Euro Betrag belastet.

Abwarten

Das Urteil kommt überraschend und erwischt viele Anleger auf dem falschen Fuß. Kaum jemand hatte noch damit gerechnet, dass es zum Rodungsstopp kommt. RWE muss nun eine alternative Lösung finden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Unsicherheit bleibt aber vorerst im Markt.

DER AKTIONÄR hatte einen solchen Gerichtsbeschluss ebenfalls nicht erwartet und rät nun dazu, mit einem Neueinstieg abzuwarten. Die politische Unsicherheit ist vorerst zu groß.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Update RWE: Das wäre gar nicht mal so schlimm

Deutschland will in den kommenden Jahren aus der Kohlekraft aussteigen. Allerdings wird die Kohlekommission ihren Abschlussbericht erst im Februar vorstellen. Auch wenn der Exit dann konkreter wird, hat RWE keine Angst vor dem Termin. Denn so schlimm wie häufig dargestellt, dürfte das Kohleende für … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Droht jetzt die Enteignung?

Der Kohleausstieg bleibt komplex. Unternehmen, Politik und Umweltschützer können sich bislang weder auf die Art noch auf den Zeitpunkt einigen. Für RWE geht es bei dem Thema um Milliarden. Klar, dass Konzernchef Rolf Martin Schmitz deshalb auch harte Worte findet. Der jüngste Vorschlag der SPD ist … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: So läuft der Mega-Deal ab

Die Energiebranche befindet sich im Wandel. In Deutschland teilen sich die beiden Platzhirsche E.on und RWE künftig die Noch-RWE-Tochter Innogy auf. Die Übernahme benötigt zwar noch Zeit. Anleger sollten sich aber bereits jetzt darauf einstellen, dass die beiden Erzrivalen künftig nicht mehr in … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Anfang vom Ende – oder alles nur Humbug?

Im schwachen Marktumfeld hat sich die RWE-Aktie in den vergangenen Wochen sehr stabil gezeigt. Seit dem deutlichen Rücksetzer nach der Gewinnwarnung in Folge des Räumungsverbots am Hambacher Forst zeigt der Trend beim DAX-Titel wieder nach oben. Doch ein Medienbericht schürt nun die Angst vor einem … mehr