RWE
- Maximilian Völkl

RWE im freien Fall – darum stürzt die Aktie weiter ab

Das überraschende Gerichtsurteil zum Rodungsstopp im Hambacher Forst lastet weiter stark auf der RWE-Aktie. Seit Freitag hat der DAX-Titel bereits rund 15 Prozent verloren. Die Förderung muss deutlich gedrosselt werden. Gleichzeitig droht mehr politischer Druck beim Kohleausstieg. Es ist ein gefährlicher Mix.

In einer ersten Bewertung geht RWE davon aus, dass die Kohleförderung am Hambacher Forst von 2019 bis 2021 um jeweils etwa zehn bis 15 Millionen Tonnen reduziert wird. Bislang wurden 40 Millionen Tonnen im Jahr gefördert – es droht also ein Rückgang um bis zu 38 Prozent. Auch in den von Hambach belieferten Kraftwerken wird die Stromproduktion zurückgehen – um neun bis 13 Terawattstunden im Jahr. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte RWE insgesamt 202 Terawattstunden produziert.

Durch den Rodungsstopp sehen sich zudem die Befürworter eines schnellen Kohleausstiegs im Vorteil. Das Urteil sei „Rückenwind für die Arbeit in der Kohlekommission“, so Greenpeace-Chef Martin Kaiser, der selbst Mitglied der Kommission ist. Es müsse jetzt ein konsequenter „Einstieg in den Ausstieg“ aus der Kohle beschlossen werden. Das Problem für RWE: Versorgungssicherheit spielt derzeit eine untergeordnete Rolle, das negative Image der Kohle steht im Vordergrund. Politiker könnten sich deshalb ebenfalls vermehrt für einen schnellen Ausstieg einsetzen.

Abwarten

Das Thema Kohle wird zum Politikum. Bis zur Entscheidung am Hambacher Forst wird viel Zeit vergehen, wann Deutschland tatsächlich aus der Kohleverstromung aussteigt, bleibt völlig offen. Diese Unsicherheit belastet aber die RWE-Aktie. Ein Neueinstieg bietet sich deshalb aktuell nicht an. Wer noch dabei ist, beachtet den Stopp bei 17 Euro.

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