RWE
- Maximilian Völkl

RWE: Gesund sanieren – Aktie bricht ein

Die Aktie des Energieversorgers RWE ist nach der Hauptversammlung eingebrochen. Der DAX-Konzern stellt sich wegen der abgestürzten Strompreise für die kommenden Jahre auf deutlich weniger Gewinn ein. Zudem wurde die Dividende auf einen Euro halbiert. Dennoch unterstützen wichtige Aktionärsvertreter die Pläne von Vorstandschef Peter Terium.

Nach Milliardennettoverlusten 2013 erwartet Terium 2014 erneut niedrigere Gewinne im operativen Geschäft. Nach 2014 würden sich die Ergebnisse voraussichtlich auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren. RWE wolle sich künftig stärker auf seine Stromnetze, den Energiehandel, den Vertrieb und die erneuerbaren Energien konzentrieren, sagte der Firmenchef. Außerdem will das Unternehmen künftig stärker als Energiemanager Geld verdienen - zum Beispiel mit Steuergeräten für Licht und Heizung in Wohnungen unter dem Stichwort Smart Home oder mit Angeboten zur Optimierung des Energieverbrauchs für mittelständische Unternehmen.

Aktionäre unterstützen Terium

Trotz der Dividendenkürzung und des eingebrochenen Aktienkurses lobten Aktionärsvertreter den jetzigen Sparkurs des Unternehmens: "Herr Terium, wir halten den von Ihnen eingeschlagenen Weg für absolut richtig und dringend notwendig", sagte der Fondsmanager Ingo Speich. Kostendisziplin, Kraftwerksstilllegungen und Jobabbau seien zwar unpopulär, aber unvermeidbar. "RWE muss sich gesundschrumpfen und braucht an der Spitze keinen Visionär, sondern einen Sanierer."

Allerdings seien nach der Restrukturierung neue strategische Impulse erforderlich. "Wir erwarten spätestens zur nächsten Hauptversammlung konkretere Ziele", sagte der Fondsmanager von Union Investment. Zu der geplanten Dividendenhalbierung gab es kaum ein Wort der Kritik. Der Vorschlag wird auch von den Kommunen unterstützt, die mit rund 25 Prozent die größte Aktionärsgruppe des Unternehmens stellen.

Finger weg

Die RWE-Aktie konnte seit Sommer 2013 zwar deutlich zulegen. Weitere Kurssteigerungen sind jedoch erst zu erwarten, wenn der eingeschlagene Sparkurs Früchte trägt. Bis dahin sollten Anleger an der Seitenlinie bleiben. Erst wenn sich das operative Geschäft nachhaltig verbessert, bietet sich ein Einstieg an.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Mega-Kurssprung bei RWE: Das Ende einer Ära

Manche Anleger mögen sich am Donnerstag verwundert die Augen gerieben haben. Rund 18 Prozent haben die Vorzugsaktien von RWE zugelegt. Doch es handelte sich keineswegs um eine Fehlstellung der Kurse. Vielmehr hat der Versorger beschlossen, seine Aktionärsstruktur umzustellen und zu vereinheitlichen. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Update RWE: Das wäre gar nicht mal so schlimm

Deutschland will in den kommenden Jahren aus der Kohlekraft aussteigen. Allerdings wird die Kohlekommission ihren Abschlussbericht erst im Februar vorstellen. Auch wenn der Exit dann konkreter wird, hat RWE keine Angst vor dem Termin. Denn so schlimm wie häufig dargestellt, dürfte das Kohleende für … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Droht jetzt die Enteignung?

Der Kohleausstieg bleibt komplex. Unternehmen, Politik und Umweltschützer können sich bislang weder auf die Art noch auf den Zeitpunkt einigen. Für RWE geht es bei dem Thema um Milliarden. Klar, dass Konzernchef Rolf Martin Schmitz deshalb auch harte Worte findet. Der jüngste Vorschlag der SPD ist … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: So läuft der Mega-Deal ab

Die Energiebranche befindet sich im Wandel. In Deutschland teilen sich die beiden Platzhirsche E.on und RWE künftig die Noch-RWE-Tochter Innogy auf. Die Übernahme benötigt zwar noch Zeit. Anleger sollten sich aber bereits jetzt darauf einstellen, dass die beiden Erzrivalen künftig nicht mehr in … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Anfang vom Ende – oder alles nur Humbug?

Im schwachen Marktumfeld hat sich die RWE-Aktie in den vergangenen Wochen sehr stabil gezeigt. Seit dem deutlichen Rücksetzer nach der Gewinnwarnung in Folge des Räumungsverbots am Hambacher Forst zeigt der Trend beim DAX-Titel wieder nach oben. Doch ein Medienbericht schürt nun die Angst vor einem … mehr