RWE
- Nikolas Kessler - Redakteur

RWE-Aktie rutscht immer weiter ab – auch der Ausblick enttäuscht

Trotz Milliardenabschreibungen und der massiven Dividendenkürzung ist bei RWE kein Ende der Talfahrt in Sicht. Denn auch mit dem Ausblick für das laufende Jahr hat der Versorger die Erwartungen klar verfehlt.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen soll im laufenden Jahr im Bereich von 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro liegen – im Vorjahr lag der Wert noch bei sieben Milliarden Euro. Als Grund dafür verweist RWE auf den weiteren Verfall der Gewinnmargen seiner Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke sowie weitere Belastungen wegen großer Probleme im britischen Geschäft. Zudem dürften einige Sondereffekte wegfallen, die die Bilanz im vergangenen Jahr noch stabilisiert hatten.

Das betriebliche Ergebnis soll deshalb von 3,8 auf 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro sinken. Um Sondereffekte bereinigt rechnet der Vorstand noch mit einem Überschuss zwischen 500 und 700 Millionen Euro, nach 1,1 Milliarden im vergangenen Jahr.

Abschreibung und Dividendenkürzung

Der anhaltende Verfall der Großhandelspreise für Strom im Zuge der Energiewende belastet die Energiekonzerne seit Jahren. Am Mittwoch hat RWE deshalb Abschreibungen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro und einen Verlust von 200 Millionen Euro gemeldet. Zudem hat der Energieriese die Dividende je Vorzugsaktie auf 13 Cent gekürzt (Vorjahr: 1,00 Euro), Stammaktionäre gehen leer aus.

Nichts wie raus!

Obwohl die Aktie von RWE seit Monaten schwer angeschlagen ist, wurden zahlreiche Anleger am Mittwoch auf dem falschen Fuß erwischt. Der DAX-Titel ist in der Spitze um rund 14 Prozent eingebrochen. DER AKTIONÄR hatte in der Vergangenheit mehrfach auf die Risiken bei RWE hingewiesen und zum Verkauf geraten.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Es brodelt wieder…

Seit Monaten schwelen in der Versorgerbranche Gerüchte um eine Konsolidierung. Vor allem die deutschen Konzerne stehen dabei im Mittelpunkt. Am Donnerstag war erneut die RWE-Tochter Innogy das Ziel der Spekulationen. Ein Verkauf ist zwar unwahrscheinlich, die Aktien haben dennoch deutlich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Das drückt auf die Stimmung

Die RWE-Aktie hat sich zuletzt stark entwickelt und ein neues Jahreshoch bei 21,18 Euro erreicht. Am Montag zählt der Versorger im schwachen Marktumfeld allerdings zu den grtößten Verlierern im DAX. Die Ursache: Die Privatbank Berenberg hat ihre Kaufempfehlung gestrichen. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Aktie bricht aus – geht da noch mehr?

Die Konsolidierung in der Versorgerbranche ist endgültig vorbei. Am Donnerstag ist die RWE-Aktie auf ein neues Jahreshoch geklettert. Seit den starken Quartalszahlen zu Beginn der Woche hat der DAX-Titel bereits fast zehn Prozent zugelegt. Ein positiver Analystenkommentar hat neuen Schwung … mehr