RWE
- Marion Schlegel - Redakteurin

RWE-Aktie: Dickes Minus zum Wochenauftakt nach Dea-Wirbel

Die Aktien von RWE dürften am Montag schwächer starten. Hintergrund ist, dass das Bundeswirtschaftsministerium den geplanten milliardenschweren Verkauf der RWE-Öl- und Gasfördertochter Dea an eine Firmengruppe um den Russen Michail Fridman prüfen will. "Die deutsche Regierung hat bislang noch nie von einer Klausel in ihrem Außenhandelsgesetz Gebrauch gemacht. Dieses Vorgehen dürfte daher zumindest einige Zweifel über den Abschluss der Transaktion wecken", sagte ein Börsianer. Das Ministerium untersucht, ob nach dem Außenwirtschaftsgesetz strategische Interessen Deutschlands verletzt werden. Dazu zählt etwa die Versorgungssicherheit.

Mögliche Milliardeneinnahmen
Die Untersuchung dauere zwei Monate lang, sagte die Sprecherin. Sie werde ergebnisoffen geführt. Theoretisch ist es möglich, dass das Ministerium das Geschäft unterbindet. Eine RWE-Sprecherin in Essen sagte am Sonntag: "Wir sind informiert von dieser Prüfung und warten jetzt deren Ergebnisse ab." Weitere Angaben machte sie nicht. RWE hatte Ende März mitgeteilt, die Tochter Dea an die Firmengruppe um Fridman zu verkaufen - inmitten der angespannten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen angesichts der Ukraine-Krise. Der Wert des RWE-Ablegers wurde auf rund 5,1 Milliarden Euro taxiert.
Der Verkauf der profitablen Ölfördertochter Dea soll damit Milliarden in die RWE-Kasse spülen. RWE hatte 2013 tiefrote Zahlen geschrieben - erstmals seit der Nachkriegszeit. Grund waren hohe Abschreibungen vor allem auf Gas- und Kohlekraftwerke in Europa, die wegen des Booms der erneuerbaren Energien immer seltener am Netz sind. Zudem drücken den Konzern hohe Schulden.

Aktie weiter angeschlagen
Noch am Freitag hatte sich die Aktie von RWE leicht erholen können, in die neue Woche startet der Wert nun aber mit einem relativ deutlichen Minus von 1,4 Prozent. Ohnehin zeigen sich die Analysten skeptisch, was die weitere Entwicklung der RWE-Aktie angeht. Die Schweizer Großbank UBS hat zuletzt ihre Einstufung auf „Sell“ belassen genauso wie die Deutsche Bank, die das Kursziel bei 20 Euro sieht. Auch DER AKTIONÄR schließt sich den skeptischen Stimmen an. Unter den Versorgeraktien favorisiert DER AKTIONÄR weiterhin die E.on-Aktie, die insbesondere für die Energiewende besser aufgestellt ist.

(Mit Material von dpa-AFX)

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