RWE
- Maximilian Völkl

RWE: Warnung an Innogy

Trotz der Kritik der Tochter Innogy sieht sich der Versorger RWE beim geplanten Tauschgeschäft mit dem Wettbewerber E.on auf Kurs. Nach der Vorstellung der Quartalszahlen mahnte Finanzvorstand Markus Krebber die Tochter aber nochmals. Es sollten nicht zu viele Geschäftsteile im Vorfeld verkauft werden.

Mögliche Veräußerungen einzelner Bereiche würden demnach weder im Interesse des Großaktionärs noch des neuen Eigentümers oder der Innogy-Beschäftigten sein. Hintergrund: Vor einigen Wochen hatte Innogy erklärt, dass es sowohl für das tschechische Gasnetz als auch für einzelne andere Geschäftsteile aus den Bereichen Vertrieb und erneuerbare Energien einen Interessenten gebe. So ist der australische Infrastruktur-Investor Macquarie am tschechischen Gasnetz beteiligt und könnte nun eine Change-of-Control-Klausel nutzen.

Laut Krebber befindet sich RWE allerdings in konstruktiven Gesprächen mit Macquarie. „Keine Relevanz“ habe auch die Stellungnahme des Innogy-Managements, das auf eine Empfehlung an die Minderheitsaktionäre zur Annahme des Übernahmeangebots verzichtete. Durch den Verkauf der RWE-Anteile erfolge bereits der Übergang der Kontrolle.

Sinnvoller Deal

Es ist nachvollziehbar, dass RWE den E.on-Deal verteidigt. Beide Seiten dürften als Gewinner aus dem Tauschgeschäft hervorgehen. RWE deckt künftig sowohl die erneuerbaren Energien als auch das konventionelle Kraftwerksgeschäft ab und gibt sich damit in der neuen Energiewelt wieder eine langfristige Zukunft. Die Aktie ist nach wie vor moderat bewertet und steht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR.

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