RWE
- Maximilian Völkl

RWE: Opfer des eigenen Erfolgs

Die Kursrallye von RWE ist beeindruckend. Mit einem Plus von beinahe 70 Prozent seit Jahresbeginn führt der Versorger den DAX deutlich an. Die unerwartete Wertsteigerung könnte nun aber zu Problemen führen. Bei den kommunalen Großaktionären häufen sich die Überlegungen, Anteile zu verkaufen.

In der jüngeren Vergangenheit hatte RWE die Kommunen, die nach wie vor 23 Prozent am Konzern halten, verärgert. Zwei Jahre in Folge strich der Versorger wegen der milliardenschweren Verluste die Dividende. Viele Städte hatten die Ausschüttungen allerdings fest im Etat eingeplant. Um das Loch zu schließen, wurde teilweise erwogen, Anteile zu verkaufen. Die Stadt Bochum hat im Herbst beispielsweise 2,2 Millionen Aktien verkauft. Die restlichen 4,4 Millionen Stück sollen – allerdings auch aus politischen Gründen – folgen.

Ein Zeichen für mögliche Verkäufe ist auch die Auflösung von RWEB. In dem Konsortium hatten mehrere Kommunen ihre Beteiligung gebündelt, um über die steuerlich wichtige Schwelle von 15 Prozent zu kommen. Da immer mehr Aktionäre einen Verkauf erwägen und flexibel bleiben wollen, wird diese aber nur noch bis Anfang 2018 bestehen.

Keine Sorge

Manche Kommunen könnten ihre Beteiligung zwar in der Tat verkaufen. Andere wie der größte Einzelaktionär Dortmund wollen hingegen weiter treu bleiben. Zudem hat das Interesse neuer Investoren an den Aktienpaketen zuletzt wieder spürbar zugenommen. Die Hoffnung auf steigende Strompreise und einen Kapazitätsmarkt treibt die Aktie weiter an. Das starke Chartbild spricht ebenfalls für RWE. Wer einen Einstieg gewagt hat, bleibt an Bord.

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